Weg frei für Wiederansiedlungsprojekt

Grünes Licht für den Habichtskauz Bild © B. Fischer
Grünes Licht für den Habichtskauz. Bild © B. Fischer

Mit einer „naturschutzrechtlichen Genehmigung“ erteilte die zuständige Regierung der Oberpfalz dem  Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) die Erlaubnis, ab kommenden Jahr 150 Habichtskäuze (Strix uralensis) in den Wäldern Nordostbayerns wieder anzusiedeln.

Der fast Uhu-große Kauz wurde vor rund 100 Jahren in Deutschland ausgerottet. Eine rücksichtslose Verfolgung durch den Menschen und eine nicht naturnahe Nutzung der Wälder waren die Hauptursachen für sein Aussterben. Eine erfolgreiche Wiederansiedlung der Art gelang bisher nur im Nationalpark Bayerischer Wald.

Mit dem Wiederansiedlungsprojekt in Nordostbayern möchte der  VLAB zeigen, dass auch außerhalb von Großschutzgebieten seltene Arten eine neue Heimat finden können.  Durch eine naturnahe Forstwirtschaft mit reich strukturierten Mischwäldern und nennenswerten Totholzvorkommen, einer sanften Nutzung der umgebenden Kulturlandschaften und dem Engagement vieler Beteiligter und Grundbesitzer, soll die Eule ihre alten Lebensräume wiederbesiedeln und dauerhaft stabile Populationen bilden können.

Fast erwartungsgemäß findet das VLAB-Projekt auch erste Gegner: Ein großes internationales Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), welches sich für „Artenvielfalt, Lebensräume und deren nachhaltige Entwicklung“ einsetzt, verurteilt das VLAB-Projekt bereits im Vorfeld. Obwohl von unabhängigen Experten und Ornithologen als „Erfolg versprechend“ charakterisiert, wird die Wiederansiedlung des Habichtskauzes in Nordostbayern als „Schwachsinn und Geldverschwendung“ abqualifiziert.

Tatsächlich befürchtet das NGO-Netzwerk mit seinen fast Tausend hauptamtlichen Mitarbeitern einen eigenen Prestige- und Deutungsverlust sowie einen unliebsamen Mitkonkurrenten im Umwelt- und Naturschutz.

3 Gedanken zu „Weg frei für Wiederansiedlungsprojekt“

  1. Das nenne ich praktizierten (und nicht nur behaupteten) Natur- und Artenschutz. Ein sehr schöner Einstand für einen neu anerkannten Naturschutzverband. Die Einen reden (Vogel des Jahres), die Anderen tun was.

  2. Eine solche Aktion als „Schwachsinn“ zu bezeichnen kann auch ein Zeichen eigener Unfähigkeit und Frustration sein.

    Wer mit einem Heer an hauptamtlichen Mitarbeitern zu derart verbalen Mitteln greift hat in der Tat ein Prestigeproblem.

    Dabei gehören gerade heute alle Anstrengungen in Richtung Natur- und Artenschutz gebündelt. Ein handelnder Zwerg ist mir lieber als ein schlafender Riese.

    Danke an den VLAB für die dem Habichtskauz gewidmete Aufmerksamkeit.

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