„Über die Sorge für das gemeinsame Haus“- zur aktuellen Enzyklika von Papst Franziskus über unsere Umwelt und Natur

Die 222 Seiten umfassende Enzyklika von Papst Franziskus LAUDATO SI „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ ist zwei Tage vor der offiziellen Veröffentlichung an die Öffentlichkeit gelangt. Modern ausgedrückt: sie wurde „geleakt“.

Hinter der päpstlichen Enzyklika verbirgt sich eine eindrucksvolle spirituelle, aber auch ökologische Schrift. Sie fordert vehement eine Bewahrung unserer (Über-)Lebensgrundlagen: den Wäldern, dem Wasser, der Böden und der damit verbundenen Vielfalt an pflanzlichem und tierischen Leben. Sie mahnt uns eindringlich zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen, insbesondere zur Energieeinsparung und Energieeffizienz, um globalen Katastrophen und den damit verbundenen Flüchtlingsströmen und den sozialen Ungleichgewichten vorzubeugen. Das Unwort „Erneuerbare Energien“ taucht in der Schrift, dem Papst sei Dank, nur ein einziges Mal auf; dutzende Male erwähnt er jedoch die Bedeutung unserer Wälder für das globale Klima.

Die Enzyklika des Oberhauptes der katholischen Christen beginnt mit Auszügen aus dem „Sonnengesang“ des heiligen Franziskus:

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter“.

Er setzt seine Enzyklika in einem Aufruf und Dank an die Bereitschaft fort, den Menschen in der „Dritten Welt“ zu helfen:

Ich möchte allen, die in den verschiedensten Bereichen menschli­chen Handelns daran arbeiten, den Schutz des Hauses (Verfasser: gemeint ist die globale Umwelt und Natur), das wir miteinander teilen, zu gewähr­leisten, meine Anerkennung, meine Ermutigung und meinen Dank aussprechen. Besonderen Dank verdienen die, welche mit Nachdruck dar­um ringen, die dramatischen Folgen der Umwelt­zerstörung im Leben der Ärmsten der Welt zu lösen.

Wälder schützen vor Klimawandel

In den weiteren Kapiteln der päpstlichen Enzyklika werden die global ungerechte Verteilung und Gefährdung des Wassers, der weltweit fortschreitende Verlust der pflanzlichen und tierischen Vielfalt, die Verschlechterung der Lebensqualität und der soziale Niedergang vieler indigener Völker eindrucksvoll thematisiert. Bemerkenswert ist die sehr häufige Nennung der unschätzbaren Bedeutung unserer globalen Wälder. Hier einige Zitate dazu aus der päpstlichen Enzyklika:

Das Verschwinden der tropischen Urwälder verschlechtert (…) die Lage, denn sie helfen ja, den Klimawandel abzuschwächen.“ (Seite 25)

Der Verlust von Wildnissen und Wäldern bringt zugleich den Verlust von Arten mit sich, die in Zukunft äußerst wichtige Ressourcen darstellen könnten, nicht nur für die Ernährung, sondern auch für die Heilung von Krankheiten und für vielfältige Dienste.“ (Seite 31)

Die Ökosysteme der tropischen Urwälder ent­halten eine biologische Vielfalt von einer enor­men Komplexität, die ganz zu kennen beinahe unmöglich ist, doch wenn diese Wildnisse nieder­gebrannt oder eingeebnet werden, um Bodenbe­wirtschaftung zu entwickeln, gehen in wenigen Jahren unzählige Arten verloren, wenn die Ge­biete sich nicht sogar in trockene Wüsten verwan­deln.“ (Seite 35)

Die päpstliche Enzyklika schließt mit einem Gebet für unsere Erde ab.

Zur deutschsprachigen Version der Enzyklika von Papst Franziskus LAUDATO SI „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“

https://vaticloud.vatican.va/oc/public.php?service=files&t=3310ef5bfe25807377f5ead4a9d081e5&download

 

 

 

 

 

 

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