„Schänder der Landschaftsseele“ – Enoch zu Guttenbergs Brandenburger-Rede

Enoch zu Guttenberg © Melanie Cabello Alfaro
Enoch zu Guttenberg © Melanie Cabello Alfaro

Ein eindringlicher Appell zum Schutz unserer Kulturlandschaften und deren Lebensvielfalt stand am 4. November im Mittelpunkt der Rede von Enoch zu Guttenberg im brandenburgischen Zossen.

Der weltweit renommierte Künstler und Mitbegründer des Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) rief auch zu mehr Widerstand gegen die „Schänder der Landschaftsseele“ auf: 

Vielleicht muss unsere Bewegung einfach, ich scheue mich nicht, dieses Wort zu gebrauchen, militanter werden, sich an den Betonfundamenten der Windmonster festketten, die Anfahrt der Tieflader mit den riesigen Stahlmasten und Rotoren blockieren und die Baustellen besetzen, ganz wie es einst die Atomgegner in Wackersdorf in der Oberpfalz oder Wyhl am badischen Rhein taten oder die Gegner der Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Damit die Medien diesen geballten Unmut hunderttausender Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ignorieren.“

Was bliebe einem denn sonst noch übrig, wenn „Grüne Vandalen und spätkapitalistische Heuschreckenschwärme“ über unsere Landschaften herfallen und diese vernichten. Niederschmetternd fiel Enoch zu Guttenbergs Urteil über den Chef des Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND), Hubert Weiger, aus:

Die anrüchigen Geschäfte mit der Erneuerbaren-Industrie, der niederträchtige Verkauf der eigenen Kinder, wie den Natur- und Landschaftsschutz an die neuen Herrn der Windradlobby und der schäbige Umgang mit seinem großen Vorgänger, Hubert Weinzierl, dem Doyen des europäischen Naturschutzes, ließen mir keine Wahl. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass ich einmal härter gegen meine einstigen Mitstreiter kämpfen müsste, als gegen die Beton- und Atompolitiker von einst.“

Am Ende zitierte Enoch zu Guttenberg den zeitgenössischen Dichter Botho Strauß:

Zum Glück zeigt sich die Unterwelt aufgeschlossen gegenüber neuen Sorten ewiger Büßer und stellt frische Marterqualen bereit: jene nämlich, die mit Windkraft moralische und unmoralische Geschäfte machten, Schänder der Landschaftsseele, sieht man jeden einzelnen auf ein Rotorblatt gefesselt und bis auf den Jüngsten Tag im Höllensturm sich drehen.“

Zur vollständigen Rede von Enoch zu Guttenberg (PDF):

Enoch zu Guttenberg Brandenburger Rede

14 Gedanken zu „„Schänder der Landschaftsseele“ – Enoch zu Guttenbergs Brandenburger-Rede“

  1. Es ist eine Lüge und keine Tatsache, dass sich das Klima ändert. Das Klima wird immer über 30 Jahre gemittelt und nicht über Tage. Seit 19 Jahren ist die Bodenatmosphäre-Temperatur konstant, CO2 beeinflußt sie also nicht und auch nicht irgend ein Klima. Grundlage der Naturwissenschaften und der Kunst ist die Wahrheit!

    1. Das Klima hat sich in der Tat schon immer verändert. Auf Warmzeiten (hohes Mittelalter) folgten lange Phasen der Kälte (17./18. Jahrhundert).
      Rund 98% aller weltweiten wissenschaftlichen Studien bestätigen allerdings einen derzeitigen raschen Wandel des Klimas.
      Die Studien zeigen auch, dass der Einfluss des Menschen hierbei eine große Rolle spielt, beispielsweise die Brandrodung von jährlich rund 14 Millionen Hektar Tropenwald.
      Auch die stetig steigende Zunahme der Weltbevölkerung – von derzeit rund 7 Milliarden auf prognostizierte 9 Milliarden im Jahr 2050 – trägt maßgeblich zu einer Steigerung der CO2-Emissionen und somit zur Erderwärmung bei. So lange diese Probleme nicht gelöst sind, laufen alle „Klimaverträge“ ins Leere.

      Unabhängig davon ist die derzeitige CO2-Hysterie in Deutschland, oder besser gesagt CO2-Phobie, unverständlich. Bereits einfachste Maßnahmen, wie beispielsweise ein Tempolimit auf den deutschen Autobahnen oder ein Verzicht auf Standby-Geräte, würde den CO2-Ausstoß spürbar senken. Sogenannte „Windkraftanlagen“ leisten keinen nennenswerten Beitrag gegen den Klimawandel. Sie zerstören unsere Kulturlandschaften und füllen die Geldsäcke der Profiteure.

    2. Doch das Klima ändert sich, aber nicht erst seit den letzten hundert Jahren, sondern es geht seit der letzten Eiszeit vor 26.000 Jahren die Vergletscherung zurück. Der Meeresspiegel ist in den letzten 10.000 Jhren in der Nordsee um 140 m angestiegen, sodaß die Doggerbank damals ein Küstengebirge und die Themse linker Nebenfluß des Rheines war. 140/10000 ergibt 14 mm/Jahr oder 1,4 m in 100 Jahren. Heutige grüne Hystrie ist also nicht angebracht, sondern überlegtes Handeln, da es doch eher natürliche Gang der Entwicklung ist!

  2. „Vielleicht muss unsere Bewegung einfach, ich scheue mich nicht, dieses Wort zu gebrauchen, militanter werden, sich an den Betonfundamenten der Windmonster festketten, die Anfahrt der Tieflader mit den riesigen Stahlmasten und Rotoren blockieren und die Baustellen besetzen, ganz wie es einst die Atomgegner in Wackersdorf in der Oberpfalz oder Wyhl am badischen Rhein taten oder die Gegner der Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Damit die Medien diesen geballten Unmut hunderttausender Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ignorieren.“

    So lautet ein Zitat aus der Rede von Baron Guttenberg. Ich befürchte, er hat vollkommen recht damit, dass wir militanter werden müssen.

    Wir – die Windkraftgegner – brauchen dringend eine bessere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Windkraftgegner werden nach meinem Empfinden allenfalls in der jeweiligen Lokalpresse wahrgenommen – und da häufig auch nur als „ewig Gestrigen, die immer noch nicht verstanden haben, dass die Windkraft alle unsere Energieprobleme löst“.

    Mir kommt die Galle hoch, wenn ich die gestrige umfangreiche Berichterstattung in den Medien über die vielleicht 200 Aktivisten sehe, die damit drohen, in eine Braunkohlengrube einzudringen. Sowas kommt in den Medien an. Plakate an den Zäunen der Häuser der von Propellern bedrohten Mitbürger oder Blogs reichen da nicht aus. Und wenn sich Baron Guttenberg an die Spitze einer der von ihm vorgeschlagenen Aktion stellt, wäre das natürlich besonders medienwirksam. Leider habe ich auch noch nicht die zündende Idee für eine etwas „militantere“ Aktion, aber hier wäre sowieso nicht der richtige Ort, sowas zu diskutieren.

    Zusätzlich müssen die (Hundert?)tausende von Windkraftgegnern sichtbarer machen. Z.B. auch über eine Online-Petition, wie sie zur Zeit auch läuft. Das geht aber nur, wenn alle, die in der Szene aktiv sind, wie z.B. VLAB, Windwahn, Vernunftkraft usw. gemeinsam bei den Lesern ihrer Rundbriefe intensiv dafür werben, dass diese sich an einer solchen Aktion beteiligen. Das geschieht aber nicht. Die seit einigen Tagen laufende Online Petition „Schluss mit dem zügellosen Ausbau der Windkraft in Deutschland“ (www.openpetition.de/petition/online/schluss-mit-dem-zuegellosen-ausbau-der-windkraft-in-deutschland) hat bisher lediglich 595 (!) Unterstützer. Das ist für uns Windkraftgegner leider ziemlich dürftig und das nimmt doch kein Politiker ernst. Nur zum Vergleich: Auf openpetition haben sich 32.603 Unterstützer für die Beibehaltung von Sonntagsflohmärkten in Niedersachsen ausgesprochen! (https://www.openpetition.de/petition/online/erhalt-der-sonntags-flohmaerkte ).

    1. militant ist nicht richtig! Aufklärung tut not, um das Grüne Glaubensbekenntnis, die alleinige Deutungshoheit zu besitzen, überwunden wird. Auch gemittelt über alle onshore-Windkraftanlagen kommt nur eine Benutzungsstundenzahl von 1750 raus. Da das Jahr aber 8760 Stunden hat, sind das nur etwa 1/5! Die Elektroenergieversorgung der restlichen 80% des Jahres müssen also andere Kraftwerke (meist Kernkraft und fossil) sicherstellen. PV bringt gar nur mit 900 h 1/10.!
      Ich bin nicht gegen Erneuerbare Energien, nur ich stehe als Projektentwickler mit beiden Füßen auf dem Boden!

  3. Der Knackpunkt:
    Wir werden nur dann von den Medien und dann auch von der Politik ernst genommen, wenn wir belegen können, dass wir – wie Baron Guttenberg sagt – Hunderttausende sind.

    Wenn sich nicht jemand findet, der die Mitglieder der vielen kleinen zersplitterten BIs zu einer schlagkräftigen Initiative zusammen führt, dann wird das nichts.

    Wie geht das?
    Wer macht das?
    Was kostet es?
    Wie finanzieren wir es?

    Wenn wir nicht beweisen können, dass wir viele sind, dann wird auch eine militante Aktion vielleicht tatsächlich in den Medien erwähnt, aber womöglich eher unter der Rubrik „merkwürdige Einzelkämpfer“.

    Wer findet eine intelligente Lösung?

  4. Klima ist autark! Wir können es nicht beeinflussen. Metereologen wie Herr Theiß bestätigen das.
    Sicher müssen wir unsere Luft sauberer halten!
    Windräder stehen bei Windstille still, Rauch steigt steil gen Himmel. so am 06.11. bei Werl in NRW
    Die Organisatoren aller Anti – Windradinitiativen sollten sich
    schnellstens zusammenfinden!
    Einer muss das übernehmen.

  5. Es gibt eine Dachverband der sich Vernunftkraft nennt. Leider ist die Führung dieses Verein der Meinung das die Windräder durch viele kleine Aktionen gestoppt werden kann. Das war 2014. Inzwischen stehen 29000 WEA und es geht ungebremst weiter.
    Es wurden nach meinen Erkenntnissen in DE an die 1000 Klagen angestrengt. Die Gerichtskosten dafür belaufen sich fast immer auf mehrere 10,000 €. Es wurde schon mehrfach der Versuch gestartet die BI’s zum einem geschlossenen Vorgehen zu bewegen ,leider ohne jede Erfolg. Vernunftkraft wo bist du?

    1. @Bernd Huhnt @Karin Baumann

      Es gibt seit 2013 einen bundesweiten Verband der windkraftkritischen Bürgerinitiativen, der sich seitdem (http://www.vernunftkraft.de/bundesinitiative-offiziell-gegrundet/) m.E. sehr gut entwickelt hat:
      Er ist in 11 Landesverbänden organisiert, wird von über 800
      Bürgerinitiativen getragen und als Informationsquelle genutzt und im politischen Raum zurecht wahrgenommen.
      Diejenigen die bei der Vernunftkraft aktiv sind, haben schon viel erreicht. Baron zu Guttenberg hat das daher in seiner Rede gewürdigt, denn er hat den Einblick des Insiders.
      In Bayern gibt es den VLAB mit seinen Landesverbänden in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern und es gibt die Naturschutzinitiative in Rheinland-Pfalz – um nur einige weitere der eng vernetzten Organisationen zu nennen.

      Alle diese Verbände stehen in regem Kontakt,
      arbeiten gut zusammen und agieren kontinuierlich – oft auch „hinter den Kulissen“. Sie werden getragen von großem persönlichem Engagement der aktiven Mitglieder und Vorstände. Dies fast immer unter maximal möglichem zeitlichen Einsatz, der oft an die familiäre und berufliche Leistungsgrenze der Aktiven geht.
      Wer noch mehr und Größeres schaffen will, sollte sich persönlich in die Arbeit der existierenden Verbände einbringen und helfen, geplante Vorhaben AKTIV umzusetzen.
      Ratschläge im Sinne von „man müsste mal“ wie in vorangegangenen Kommentaren sind nicht hilfreich und sogar kontraproduktiv, da sie sich in unfairer Weise denen gegenüber zeigen, die sich täglich ehrenamtlich
      gegen die Unglaublichkeiten und Auswüchse der sog. Energiewende stemmen.

      1. @Herrman Gottschalk @Rainer Ebeling Sorry ,natürlich habe ich vergessen euch zu loben. Natürlich hat Vernunftkraft großen Anteil an der Mobilisierung der Menschen beim Thema Windräder. Aber mal ehrlich, aktiv werden die Menschen erst wenn die Windräder fast schon stehen. Natürlich sind euren Reihen sehr qualifizierte Mitstreiter die einen tollen Einsatz leisten. Und natürlich habt ihr recht behalten, dass wir das auf dem Gerichtsweg aus Kostengründen nicht stoppen werden.
        Ja, natürlich, weil wir eure Unterstüzung nicht erreichen konnten. Warum lassen wir dahingestellt sein.
        Wir sind aber immer noch der Meinung das eine Klage vor dem BVefG die einzige Möglichkeit ist Deutschland vor den Folgen von noch mehr Windräder zu retten.
        Gerne stellen wir die komplett ausgearbeitete Klage zur Verfügung und Diskussion darüber.

  6. Dies war eine hochkarätige Veranstaltung und ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Windwahn.
    http://www.vi-rettet-brandenburg.de/volksinitiative/aktionen/windkraftsymposium-mit-enoch-zu-guttenberg-in-wuensdorf-1
    Die Idee eines gemeinsamen, geballten, bundesweiten Vorgehens gibt es schon länger. Gerne nehmen wir Anregungen entgegen. Anfragen gerne unter o.g. Internetadresse. Es reicht schon lange.
    Gruß aus dem http://www.propellerland-brandenburg.de/

  7. @ Hermann Gottschalk

    „ Damit die Medien diesen geballten Unmut hunderttausender Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ignorieren.“

    Baron Guttenberg SELBST machte das mangelnde öffentliche Interesse an den Problemen der Windkraft zum Thema. Mein Beitrag bezieht sich auf die Frage, wie wir die Aufmerksamkeit der Medien erlangen können. Offensichtlich war die von Ihnen so gelobte Arbeit der Verbände nicht wirksam genug, um das Problem Windkraft in Politik und öffentlicher Meinung – insbesondere bei den Medien – ins Bewusstsein zu rücken. Deshalb ist es notwendig, eine Aktion zu entwickeln, bei der die große Anzahl der Windkraftgegner sichtbar gemacht wird. Bundesweite Aufmerksamkeit zu erregen und zu koordinieren ist Aufgabe der Verbände!

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