Rezension: Unsere Welt ohne Insekten? – Ein Teil der Natur verschwindet.

Rezension Unser Welt ohne Insekten BildVon Mario Markus. 246 Seiten, etwa 130 farbige Bilder, Gebunden, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2014, € 19,99 (D), ISBN 978-3-440-14336-0

 

Ein lesenswertes Buch! Es hat nur den Nachteil, dass man hinter dem Titel wieder einmal  das Gejammere über den Artenschwund vermutet, diesmal bei Insekten. Dabei ist die eigentliche Stärke des Buches sein Autor. Als Physiker forschte er am Max-Planck-Institut über Biophysik, Biochemie, Physikalische Chemie und Ökologie, schrieb Gedichte über alle chemischen Elemente, ersann mathematische Formeln als Pinsel für Computerbilder, schliff mit fünfzehn Spiegel für sein selbst gebautes Teleskop und ist ein begeisterter Freund von Spinnen und Insekten. So einer schreibt kein Buch, das vorn anfängt und hinten auf hört. Kapitel-Überschriften wie >>Prostitution bei Wildbienen<<, >>Werden Tote lebendig? <<, >>Ohne Sklaven läuft nichts<<, >>Wie Knallkrebse Fotos unter Wasser ermöglichen<< – >>Wandernde Gärten auf dem Rücken von Insekten<< – wer möchte da nicht weiterlesen? Zumal die Kapitel kurz sind, oft nur eine halbe Seite, selten mehr als zwei und ohne Schnörkel auf den Punkt kommen. Es ist ein gekonnter Streifzug durch die Schatzkammer der Evolution, voller Ideen und Pointen. Dazu kommen die vielen farbigen Bilder, etwas klein zwar, dafür aber exzellent und mit informativen Erklärungen. Mit der Vorstellung von Insekten als Ungeziefer räumt Mario Markus gründlich auf. Ich kann sein Buch wärmstens empfehlen und zwar nicht nur Naturfreunden. Nur den vermurksten Titel, den hat der Kosmos-Verlag auf dem Gewissen.

Dr. Friedrich Buer

www.protier.blogspot.com

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