Offener Brief an Prof. Dr. Weiger

Per Mail an Herrn Prof. Dr. Weiger
hubert.weiger@bund-naturschutz.de

Guten Tag Herr Prof. Dr. Weiger,

beim besten Willen kann ich Ihnen die in einem Anschreiben obligate Bezeichnung „geehrter“ nicht erweisen.

Ich und auch viele meiner Weggefährten ehren Sie nicht, sondern finden ihr Verhalten als Chef eines der größten Umwelt- und Naturschutzverbände in Deutschland ehrrührig.

Erinnern sie sich noch? Im Mai 2010 brachen Sie auf einer Delegierten-Versammlung in Landshut mit ihrem Vorgänger, dem verehrten Hubert Weinzierl, einem unserer VLAB-Ehrenpräsidenten. Der Pionier des Umwelt- und Naturschutzes in Deutschland antwortete auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung zu dem Eklat sehr verhalten und dezent, wie es eben einer wirklichen Ehrenperson entspricht: Ich gebe zu, dass mich in meiner ganzen Naturschutzzeit kein Vorgang so verletzt und getroffen hat. Greta Poser von der Bund Naturschutz-Kreisgruppe Berchtesgadener Land fügte damals viel direkter hinzu: Weiger zeigt sein Streben nach Macht, da ist er gnadenlos.“

Dieses „gnadenlose Streben nach Macht“ setzen sie noch immer fort.  Bei jeder sich ihnen bietenden Gelegenheit fordern Sie den Bau immer weiterer Windräder. Sie machen sich dadurch an der Zerstörung wertvoller Wälder, Kulturlandschaften und an deren Lebensvielfalt mitschuldig. Sowohl sie als ich wissen sehr genau, dass der Bau von Windrädern – und seien es noch so viele – den leider voranschreitenden Wandel des Klimas in keinster Weise beeinflussen kann.

Aber selbst hier zeigen Sie Kalkül und wägen ihre Interessen durchaus subtil ab, wie folgendes Beispiel aus Oberfranken zeigt: „Es ist unfassbar, dass in diesem landschaftlichen Juwel ein Windpark mit fünf Windkraftwerken entstehen soll (…)  Es geht hier nur ums Geld“, erklärten sie bei einer Presserundfahrt um den Steinberg bei Hohenberg an der Eger im Jahr 2012.  Der Grund für ihre bemerkenswerte Äußerung dürfte mutmaßlich sein, dass in nur wenigen Kilometern Entfernung der von ihnen hoch geschätzte Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Wunsiedel sein Wohnhaus hat und sie ihm und seiner Familie den hässlichen Anblick von Windrädern ersparen möchten, was durchaus verständlich ist.

Der bisher letzte traurige Höhepunkt ihrer „Gnadenlosigkeit“ (Zitat Poser) ist ihre Klage gegen den Mitbegründer des BUND, Enoch zu Guttenberg. Enoch zu Guttenberg hat in vielen Jahren den BUND nicht nur mit aufgebaut, sondern mit hohen Geldsummen gefördert. Nun soll er am 1. April vor dem Landgericht Hamburg mundtot gemacht werden. Er soll nicht weiter über die Verquickungen des BUND mit der Windradlobby berichten dürfen. Mal ganz ehrlich Herr Prof. Dr. Weiger: schämen sie sich eigentlich überhaupt nicht, haben sie keine Skrupel mit verdienten ehrenhaften Mitgliedern so erbärmlich umzugehen?

Was musste sich unser noch junger Verband von ihren leitenden BUND-Funktionären bereits schon alles anhören: Wir seien eine „pegida-artige Gruppierung“ schrieb beispielsweise Ulrich Mohr, der Pressesprecher des BUND-Landesverband Rheinland-Pfalz, Kreisgruppe Südpfalz am 07. August 2015 voller Frust und Wut über unsere staatliche Anerkennung als Umwelt- und Naturschutzvereinigung in Bayern. Viele Schmähungen, Beleidigungen und Unterstellungen an uns durch ihren Verband, den BUND, ließen sich noch aufzählen.

Herr Weiger, zeigen sie Größe und Ehrenhaftigkeit: Treten Sie von ihrem Amt zurück; die Landschaften und Natur in Deutschland könnten aufatmen und ich würde sie wieder als „verehrter“ obligat ansprechen.

Johannes Bradtka

Vorsitzender VLAB

 

Ein Gedanke zu „Offener Brief an Prof. Dr. Weiger“

  1. Sehr geehrter Herr Bradtka,

    leider hat Enoch zu Guttenberg viele engagierte Ehren- und Hauptamtliche des BUND öffentlich mit oberflächlich recherchierten Unterstellungen angegriffen. Seine Liste der vermeintlichen Unterwanderung des BUND ist voll von Namenverwechselungen aus Google Recherchen, Menschen die seit Jahren gegen Windanlagen kämpfen, keinerlei Verbindungen zur Windindustrie haben oder z.T. seit vielen Jahren nicht mehr für den BUND aktiv sind oder noch nicht einmal Mitglied im BUND sind.

    Die Verbandsführung des BUND hat in einer solchen Situation die Pflicht, Schaden für den Verband und die Mitglieder abzuwenden. Leider hat sich Enoch zu Guttenberg geweigert, seine Vorwürfe außergerichtlich mit uns zu klären. In dieser Situation bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Vorwürfe von unabhängiger Stelle („Vor Gericht“) überprüfen zu lassen.

    Woher Sie die Erkenntnis nehmen, dass der Ausbau der Windkraft nicht geeignet wäre, die weltweiten CO2 Emissionen zu reduzieren, bleibt wohl Ihr Meinung. Die Erkenntnisse der führenden, wissenschaftlich und politisch anerkannten Klimaforscher werden dabei leider nicht beachtet.

    Darüber hinaus kann ich in Ihrem Schreiben nicht erkennen, dass Sie mit uns eine sachliche Diskussion führen wollen. Auch Ihre wahrheitswidrigen Behauptungen zum 2002 einvernehmlich mit Hubert Weinzierl vollzogenen und in geheimer Wahl bestätigten Vorsitzendenwechsel im Landesverband Bayern von Hubert Weinzierl zu Hubert Weiger werden durch permanente Wiederholungen nicht richtiger.

    Ihre übrigen Aussagen sind tatsächlich fern von jeder akzeptablen Diskussionskultur, so dass wir auf Ihre entsprechenden Briefe nicht mehr reagieren werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Olaf Bandt
    Bundesgeschäftsführer
    Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

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