Gedanken zum Weltklimagipfel 2015

Bis 2100 wird eine Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur in Bayern von knapp 2 Grad seriös prognostiziert
Klimamessstation im Wald: Bis 2100 wird eine Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur in Bayern von knapp 2 Grad seriös prognostiziert.©J.Bradtka

Geht es Ihnen auch so? Allmählich kann man die täglichen Nachrichten über den Weltklimagipfel 2015 in Paris nicht länger ertragen. Man sehnt das Gipfelende am 11. Dezember herbei.

Meist sind es spektakulär aufgemachte Weltuntergangsszenarien, statt realistischer Analysen und Prognosen. Selbst die sonst so vernünftige bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf ließ sich von der Endzeitstimmung leiten und verkündete eine mögliche Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur um bis zu 4,5 Grad in Bayern zum Jahrhundertende. Seriöse Klimaforscher gehen stattdessen von einer realistischen Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur in Bayern von knapp 2 Grad Celsius aus.

Es gäbe auch wirkungsvolle Rezepte gegen den Klimawandel, wird uns von den Teilnehmern des Weltklimagipfels, allen voran die NGOs – bspw. Greenpeace und der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland – mitgeteilt: Der rasche Verzicht auf die kohlenstoffhaltigen Energieträger Öl, Gas und Kohle, die sogenannte Dekarbonisierung, in Verbindung mit dem weiteren schnellen Ausbau „erneuerbarer Energien“. Nur so könne der drohende Anstieg der Temperaturen mit seinen katastrophalen globalen Auswirkungen noch begrenzt werden.

Was man leider vermisst, sind glaubwürdige Analysen und realistische Möglichkeiten, dem tatsächlich bedrohlichen Wandel des Klimas zu begegnen. Bereits 2009 wurde im „Weltbevölkerungsbericht“ der UN publiziert, dass das gegenwärtige Bevölkerungswachstum für rund 50 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich sei. Bis 2050 soll sich die Zahl der Weltbevölkerung von sieben auf mehr als neun Milliarden Menschen weiter erhöhen. Die rasante Bevölkerungsentwicklung und deren signifikanter Einfluss auf das Weltklima werden leider in den Debatten über den Klimawandel kaum berücksichtigt. Eine weltweite Geburtenbegrenzung und der damit verbundene Verbrauch von Ressourcen ließe den Wandel des Klimas effektiv begrenzen.

Auch die dramatische Vernichtung der globalen Wälder und deren fundamentale Bedeutung für den Schutz des Weltklimas findet am Weltklimagipfel 2015 nur am Rande Erwähnung. Die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gibt an, dass jede Sekunde weltweit eine Waldfläche dauerhaft zerstört wird, die der Größe eines halben Fussballfeldes entspricht. Aktuell wird jährlich eine Waldfläche von ca. 13 Millionen Hektar Wald vernichtet, so die FAO (zum Vergleich: die Waldfläche in Deutschland beträgt ca. 11,4 Millionen Hektar!). Dies entspricht einem jährlichen Speicherverlust bzw. einer Freisetzung von durchschnittlich rund 2,9 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und ein rasches Ende der dramatischen Waldzerstörungen wäre ein weiterer effektiver Schutz für unser Weltklima.

Fazit:

Nur eine Begrenzung der Bevölkerungsentwicklung und ein sofortiger Stopp der Waldvernichtung in den tropischen und borealen Wäldern vermag eine zu starke globale Temperaturerhöhung mit ihren negativen Folgen wirksam zu verhindern.

7 Gedanken zu „Gedanken zum Weltklimagipfel 2015“

  1. Vielen Dank für diesen realistischen Kommentar. Aber leider wollen eine vernünftige Geburtenregelung weder der Papst noch die Entwicklungsländer, die von den „Klimaschutzgeldern“ profitieren. Auch aus Brasilien oder dem Kongo hört man nichts zu einem effektiven Schutz der Urwälder und damit der wichtigsten CO2-Speicher.

    1. Die Fronten waren doch von Anfang an klar abgesteckt: Die Industrieländer tragen die alleinige Schuld am Klimawandel. Wir sind die Täter, die Entwicklungsländer die Opfer dieses Wandels. Und die Opferrolle lassen sich diese Länder mit dem Weltklima Vertrag vergolden. Klimapolitik hat nichts mit Umweltschutz zu tun, nichts mit dem Schutz der Wälder zu tun. Es geht schlicht und ergreifend um die Umverteilung des Weltvermoegens.

    2. Das stimmt genau. Wachstumsfanatikern ist aber nur an einer Maximierung der Konsumentenzahl gelegen. Die Ausrottung von Wildtieren und der Raub ihrer Lebensräume durch die Bevölkerungsexplosion kommt in deren Kalkulationen nicht vor.
      Leider gibt es aber sogar Tierschützer, die auf die CO2-Verharmlosungspropaganda von Automobil- und Öl-Großkonzernen wie BP, Shell, Exxon und anderen hereinfallen und dadurch die Praktiken dieser Naturzerstörer fördern. Wer sich einbildet, CO2 wäre ortsgebunden und könne nicht „nach oben“(!) entweichen, weil es schwerer ist als Sauerstoff, hat in der Schule Naturgesetze nicht verstanden und richtet nur Schaden an.

      1. Lieber Dietrich, verwechselst Du hier vielleicht etwas? Gefährliche Autoabgase sind Stickstoffdioxide NO2, Schwefeldioxid SO2, Feinstaub, Ruß. Lt. Umweltministerium kommt es in Deutschlandd zu ca. 47.000 vorzeitigen Todesfällen durch schlechte Luft, hauptsächlich in der Nähe großer Straßen. Es wundert mich seit langem, warum von den Autoherstellern nicht diese Schadstoffwerte ausgewiesen werden müssen, sondern die CO2-Werte. Obwohl letzere für keine schlechte Luft verantwortlich sind. Ohne CO2 gäbe es kein Leben auf der Erde, wenn ich das richtig verstanden habe.

  2. Bevölkerungskontrolle wäre schon ein wesentlicher Ansatz, über diesen man sich mal mehr Gedanken machen sollte.

    Allerdings praktisch nicht durchführbar, da politisch und ethisch überhaupt nicht gewollt…

    Nicht nur die Schwellen und Entwicklungsländer sondern auch die Industriestaaten wollen eine wachsende Bevölkerung,

    Sogar China hat heuer offiziell die 1- Kind Politik verabschiedet.

    Gesellschaftspolitische Folgen z. B.:
    Überalterung der Gesellschaft und die einhergehende Rentenproblematik…
    Das kennen wir aus Deutschland auch…

    Ethischer Standpunkt:
    Leben soll erhalten werden.
    Krankheiten können mit fortschreitender Forschung und Medizintechnik effektiver bekämpft werden.

    Schlichtweg fehlt auch den meisten Menschen ein wages Verständnis dafür, das für einen endlichen Lebensraum die Bevölkerungsdichte zu hoch sein kann…

  3. Ein weltweiter exponentieller Anstieg der weltbevölkerung ist wahnsinn! – das hat man schon seit jahrzehnten erkannt!Widerlich ist, daß man jetzt mit Kinkerlitzchen (Windkraft, Solarfelder und neue Wasserkraftwerke) glaubt, den Klimawandel stoppen zu können ! Sorry – das glaub ich einfach nicht!!!Da wollen Einige bloß ihr kleinkariertes Gewissen beruhigen (und nebenbei noch Kohle machen)

  4. Das Problem bei der Diskussion zum Thema „Klimawandel“ ist der rein ideologische Ansatz. Glauben heißt jedoch nichts wissen, nichts wissen heißt, Alles glauben müssen. Eindrucksvoll wird dies in einem Interview von Lord Christopher mit einer Greenpeace- Aktivistin dargestellt und gleichzeitig über den Klimawandel aufgeklärt, sehr sehenswert! Hier der Link:
    https://www.youtube.com/watch?v=CDf7yMjNL8I
    Ein ähnliches Verhalten wie bei dieser Aktivistin konnte ich auch in Gesprächen mit Windkraftbefürwortern feststellen.
    Wer gerne noch mehr über den Interviewer lesen möchte, hier ein empfehlenswerter Bericht über eine seiner Vorlesungen, dort entlarvt er das IPCC („Weltklimarat“) ebenso wie das Vorgehen der Professoren an den Universitäten:
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/antony-watts/moncktons-showdown-in-schenectady.html

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