Bund Naturschutz klärt auf

Windradbaustelle im Ostallgäu Bild © Marika Faulhaber
Windradbaustelle im Ostallgäu Bild © Marika Faulhaber

„Etwa 100mal mehr Greifvögel sterben an großen Straßen und zehnmal mehr an Hochspannungsleitungen oder durch das Fliegen gegen hohe Gebäude als an Windrädern“, so die kühne und absurde Behauptung des Vorsitzenden der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Dachau, Roderich Zauscher, gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Zauscher, der auch Kreisrat der GRÜNEN im Landkreis Dachau in Oberbayern ist, legt auch gleich mit dem alt bekannten Totschlagsargument des Bund Naturschutz, der Windradlobby und der GRÜNEN nach: „Wer die Windkraft ablehnt, befördert das Geschäft mit Atom und Kohle“.

Erhellendes kommt auch von der Nürnberger Landesgeschäftsstelle des Bund Naturschutz Bayern: „Der BN habe noch nie gegen den Bau einer Windkraftanlage in Bayern geklagt“. Kein Wunder !

Es ist bemerkenswert, dass es der Bund Naturschutz in Bayern zuließ, dass bisher 937 Windräder – viele davon in Kulturlandschaften und infrastrukturell weitgehend unversehrten Wäldern – gegen den Willen örtlicher Naturschützer und vieler Bürger errichtet werden konnten.

Wie erlauben uns, den BN an den VERBANDSZWECK im § 2 seiner Satzung zu erinnern:

„Der BN verfolgt das Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen und die Biodiversität im Ganzen vor weiterer Zerstörung zu bewahren und wiederherzustellen.

In diesem Sinne setzt er sich (…) ein, indem er insbesondere die Heimat in ihrer natürlichen und kulturellen Vielfalt erhält.“

zum vollständigen Artikel in der SZ

5 Gedanken zu „Bund Naturschutz klärt auf“

  1. Womit kann Herr Roderich Zauscher, BN-Dachau-Vorsitzende und Grünenpolitiker, seine Behauptung belegen?
    Möge er doch die demnächst erscheinende Progress-Studie „Windkraft und Greifvögel“ von Prof. Oliver Krüger zu diesem Thema lesen. Wie man weiß soll ja lesen bilden.

    MfG
    Hans Glader

    1. Und wenn schon soviele auf den Straßen sterben sind die anderen weniger schützenswert und können an Windmühlen geopfert werden – was ist das denn für eine Logik ? Wer gegen Windindustrieparks ist ist nicht für Atom und Kohle, sondern für ein neues Denken, welches unter subventionierten Zuständen nicht zustande kommt ! Alternativen gibt´s genug, aber wer will schon forschen, wenn der Windmühlenbau auf unser aller Kosten immer weiter subventioniert wird ? Was diese kranken Ideologien bringen, hat man ja gestern bei der Wahl gut erkennen können – der Bürgerwille & physikalische Gesetze zählen auch noch etwas, liebe Grüne !

  2. Und wie ist das mit den Fledermäusen? Die sind dem BN wohl durch den politisch korrekten Rost gefallen. Oder zählen die jetzt in biblischer Überlieferung mit zu den Vögeln?

    Und es ist ja ohnehin auch ansonsten nachfragenswert, warum der BN das Thema auf Greifvögel reduziert.

    Konsequent wäre folgerichtig und auch des Landschaftsbildes wegen ohnehin die Gleichstromtechnik auf der Basis von Kabeltrassen. Das mag finanziell aufwendiger werden, wobei die Prognosen allerdings nicht einheitlich sind. Aber wer Windstrom haben will, muß auch für die ökologischen Begleiterscheinungen löhnen.

    Das alles jedoch führte möglicherweise zu dem politischen Offenbarungseid, daß die EE-Bereitstellung nicht nur jetzt schon per EEG-Planwirtschaft teuer ist, sondern in der Variante „Fernkabeltrasse“ dann für den Stromkunden tatsächlich endgültig zu teuer würde.

    Anmerkung: Wenn es heißt „Der BN [Hinweis: LV Bayern] habe noch nie gegen den Bau einer Windkraftanlage in Bayern geklagt“, dann vergißt er, daß er anderswo durchaus gegen WKA geklagt hat. Unterscheidet der BN jetzt zwischen „braven“ und „bösen“ Landesverbänden? Befürchtet er Attacken der WKA-Lobby, so wie sie in der letzten Zeit gegen den NABU geritten wurden (www.igsz.eu/WEK/GreinerEck/IWR-20160120-1511.pdf)?

  3. Die PROGRESS Studie ist noch nicht veröffentlicht, wird aber am ehesten Licht in die Todesraten bringen. jedoch gibt es schon belastbare Zahlen aus Brandenburg (Langgemach u. Mitarb., Vogel und Umwelt 18: 85 – 101 (2010)
    http://www.lugv.brandenburg.de/media_fast/4055/vsw_milan.pdf
    Diese Arbeit dokumentiert 35 getötete Rotmilane (RM) an Windkraftanlagen (WKA) in 25 Jahren. Im gleichen Zeitraum wurden 19 RM Verkehrsopfer und 26 RM starben an Freileitungen. Allerdings schreiben die Autoren auf S.93: „Im Zusammenhang mit anthropogen bedingten Verlusten werden Verkehrswege und Freileitungen auch von früheren Autoren hervorgehoben (…), während Kollisionen mit
    Windkraftanlagen erst seit wenigen Jahren erwähnt werden
    (…), inzwischen jedoch vor allen anderen menschlich bedingten Verlustursachen rangieren.“ Die Gesamtzahl an RM-Brutpaaren in Brandenburg wird mit 1300 angegeben.
    Schon durch diese Studie wird die Aussage von Herrn Zauscher als absurd und aus der Luft gegriffen widerlegt. Die PROGRESS-Studie zeigt eindeutig, dass der RM-Bestand durch Kollisionen mit WKA auf Dauer sinken wird und daher die Population bedroht ist. Dasselbe gilt übrigens für den Mäusebussard. Daher ist ein sofortiger Ausbaustopp für WKA die einzige Möglichkeit, diese streng geschützten Greifvögel zu retten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.