BUND-Chef Weiger verklagt VLAB-Ehrenpräsidenten Enoch zu Guttenberg

Enoch zu Guttenberg
Enoch zu Guttenberg © VLAB

Es ist unglaublich:

Der Vorsitzende des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland) – Prof. Hubert Weiger – hat den Ehrenpäsidenten des VLAB (Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern) verklagt.

In einer 310 Seiten umfassenden Klageschrift (inclusive Anlagen) wird gegen den Mitbegründer des BUND wegen Persönlichkeitsverletzung und auf Unterlassung falscher Behauptungen geklagt. Enoch zu Guttenberg soll die Äußerung untersagt werden, führende Persönlichkeiten des BUND arbeiteten für die Windkraftlobby. Ferner soll ihm die Feststellung verboten werden, die Windkraftlobby und der BUND seien verquickt.

Mit dieser ungeheuerlichen Klage soll eine der wenigen mutigen Personen des öffentlichen Lebens in der Bundesrepublik Deutschland mundtot gemacht werden. Enoch zu Guttenberg weist seit Jahren kritisch und unerschrocken auf die Tatsache hin, dass der BUND und die Windkraftlobby eng kooperieren und für die maßlose Zerstörung unserer Landschaften und deren Lebensvielfalt große Verantwortung tragen.

In einer eindrucksvollen und tief bewegenden Rede nahm Enoch zu Guttenberg am 27. Februar in Johannisberg/Rheingau dazu und zu anderen Themen Stellung.

zum Manuskript der Rede von Enoch Freiherr zu Guttenberg:

Rheingau_Rede_Johannisberg_Enoch zu Guttenberg

 

36 Gedanken zu „BUND-Chef Weiger verklagt VLAB-Ehrenpräsidenten Enoch zu Guttenberg“

  1. Da wundert man sich, dass das Gericht die Klage überhaupt zugelassen hat, mit minimaler Recherche findet man bereits alle Belege im Internet. Mich würde interessieren, welche Fabulierkünste auf dieser 310-seitigen Klageschrift verwendet wurden, um die bestehenden Fakten argumentativ aufzuarbeiten. Würde mich freuen, wenn der Umweltwatchblog über den Fortgang weiter fleißig berichtet .

  2. Dieser erbärmliche Versuch des BUND-Chefs Weiger, einen profunden Kritiker mundtot zu machen, wird dem ehemaligen Naturschutzverband „BUND“ die Maske endgültig vom Gesicht reißen.
    Nach fast einem halben Jahrhundert Engagement für den Naturschutz kann man sich für die Rolle des BUND in Sachen Naturzerstörung durch Windkraftindustrie nur schämen.

  3. Die Klage wird bewirken, diesen offensichtlichen Zusammenhang weiter in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Danke dem Bund Naturschutz für diese Publicity.

  4. Dem Kommentar von Herrn Dr. Epple kann man sich nur voll und ganz anschließen.
    Auch ich habe mich mit Herzblut fast 30 Jahre lang als stv. Kreisvorsitzender des BUND engagiert und bin dann aus Protest gegen dessen Windkraftpolitik zurückgetreten.

  5. Ich habe den BUND ebenfalls verlassen, weil er die Naturzerstörung durch Windkraftanlagen aktiv unterstützt. Die PROGRESS Studie hat gezeigt, dass selbst ein noch häufig vorkommender Greifvogel, der Mäusebussard durch die bereits installierten 26000 WKA in Deutschland auf längere Sicht in seinem Bestand gefährdet ist. Durch ihre einseitige Förderung des „Klimaschutzes“ machen sich die „Freunde der Erde“, wie sich der BUND selbst nennt, der massenhaften Tötung von streng geschützten Arten mitschuldig.

  6. Ich frage mich die ganze Zeit schon, warum Herr Weiger sage und schreibe knapp 4 Jahre!!! benötigt hat, um eine Unterlassungsklage zu „basteln“. Wenn er im Recht wäre,hätte er doch die Fakten schon längst auf den Tisch legen können. Das wäre nach meinem Verständnis doch bereits im Mai 2012, als E.z.G. seinen Offenen Brief an Herrn Weiger formulierte und dabei auf die Verstrickungen des BUND hinwies, fällig gewesen.
    Nach meinen Recherchen im Internet stimmt Alles, was E.z.G. behauptet. Insofern bin ich gespannt auf die Klage und hoffe inständig, dass sämtliche „Schweinereien“, „Deals“, usw. in die Öffentlichkeit kommen. Insofern hätte Weiger nichts Besseres machen können, um den VLAB und die Windkraftgegner zu unterstützen.

  7. Das fordert EvG in seiner Rede: „1. Abschaffung des EEG und Rückkehr zum Europäischen Emissionshandelssystem.“ Er glaubt inbrünstig an die CO2-Lüge, nur die solarwindigen Mittel dagegen sind ihm nicht recht. Das ist entweder Dummheit oder Vorsatz und hat mit wirklichem Naturverständnis nichts am Hut. Der Mann und seine Nimby-Unterstützer wirken kontraproduktiv, mit solch einem Personal ist der Krieg gegen den Klimaschutzwahn nicht zu gewinnen.

    1. Lieber Herr Fischer,
      ich kann gut verstehen, dass Sie darüber aufgebracht sind, dass eben immer noch der C02-Lüge (Anm. „der Klimawandel ist vom Menschen verursacht“) geglaubt wird. Doch gehen Sie nicht so hart mit engagierten Umweltschützern ins Gericht!

      Seit knapp 20 Jahren werden wir fast täglich mit diesbezüglichen Meldungen und daraus resultierenden Horrorszenarios überschwemmt, erklärt von angeblichen Fachleuten.
      Wenn man eine Lüge nur oft genug wiederholt, wird sie zur Wahrheit, dem ist leider so. Doch der Widerstand regt sich, es schließen sich immer mehr Wissenschaftler zusammen, um gegen diesen Irrsinn anzukämpfen. Für die Bevölkerung ist es besonders schwierig, hier ihre Meinung zu ändern, einerseits wird immer anderslautend berichtet, andererseits erfordert es schon ein wenig Mühe und Recherche, um das Lügengebäude zu durchschauen. Außerdem gerät dadurch das eigene Weltbild ins Wanken. Ihrem Bild nach zu urteilen (wenn es denn Ihr Konterfei ist) sind Sie noch jung genug, so wie ich, zu erleben, dass diese Lügerei beendet wird, denn die Wahrheit kommt immer irgendwann als Licht!

      1. Ich bin jetzt 60 und seit 1979 im Bund Naturschutz. Ein Aussterben der Lüge wird niemals stattfinden, wenn wir die Lügner nicht zurückdrängen. Ideologieversessene und an Naturwissenschaft uninteressierte Leute wie EvG haben den BN genau dorthin gebracht, wo er ist. EvG taugt nicht als Galionsfigur des Widerstands gegen das Klimaschutzverbrechen, er ist ein Teil davon und will sich eben nicht von seiner bösen und menschenfeindlichen Ökoideologie lossagen. So ein „Umweltschutz“ sucht Privilegienschutz a la NIMBY, mehr nicht. Und CO2-Emission abzocken zu wollen richtet sich gegen die Mobilität und fruchtbare Entwicklung unserer Gesellschaft zugunsten einer Verschärfung der Welternährungskrise und fördert die ökologistisch und moralistisch mit „Sparapellen“ aufgepumpte menschenfeindliche Verbotsgesellschaft. Da ist nun gar nix Gutes dran.

        In Fragen des geistigen Kampfes – und nur dieser kann gegen die materialle Übermacht des Lügenfürsten dieser Welt – gewonnen werden – nutzt „ein bißchen schwanger“ gar nix. Wir müssen die Geister scheiden – oder uns gleich aufgeben!

        1. Lieber Herr Fischer,
          ich stimme mit Ihnen völlig mit Ihrer Einschätzung unserer ideologisch geprägten Verbotsgesellschaft überein. Schwierig erachte ich trotzdem, wie die Menschen die Lügen durchschauen sollen. Ottonormalverbraucher konsumiert tagtäglich die Mainstreammedien und übernimmt unreflektiert deren Meinung. Ist doch klar, so haben wir es gelernt, was in der Zeitung steht oder der Fernsehmoderator verkündet, stimmt. Wenn dann noch eine weitere Zeitung oder einen anderen Sender die gleiche Meinung vertreten, muss es ja wahr sein. Um dies zu hinterfragen fehlt dem ausgelaugten Arbeitnehmer und der müden Mama, welche Abends nur noch die Füße auf die Couch legen wollen, die Energie.
          Auch die Schulen leisten diesem Verhalten (ich meine den Umgang mit Medien) hier Vorschub. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Medienerziehung auch 2016 in bayerischen Gymnasien diesem Grundsatz des reinen Konsums folgt: BILD =bäh, Süddeutschen + Merkur = passt, mehr nicht, ist auch logisch, die Schüler erhalten ja auch ein kostenloses Wochenabo des Merkurs, um dann in der Schule dieses Blatt zu „analysieren“. Null Reflexion, null „über den Tellerrand blicken“. Kinder werden nach wie vor zu Schlafschafen erzogen.

          Trotzdem bin ich weiter hoffnungsvoll, den gerade junge Menschen, wenigstens ein Teil davon, informieren sich über das Internet und lesen auch quer. Der Rückgang der Abos bei den Printmedien bestätigt diesen Trend.

          Das von Ihnen vorgeschlagene „Geister scheiden“ finde ich in der Realität oft schwierig, denn wenn man in Diskussionen zu brisanten Themen wie der CO2-Lüge einsteigt, wird man sofort als „Verschwörungstheoretiker“ oder Atomlobbyist denunziert, ohne überhaupt Sachfragen klären zu können. Oftmals sind auch Gesprächspartner schlichtweg vor den Kopf gestoßen, wenn sie mit Fakten konfrontiert werden, die ihrer jahrzehntelangen manipulierten Weltsicht zuwiderlaufen, können diese Fakten gar nicht glauben. Eben das ist die Crux: Energiepolitik und der Klimawandel werden rein ideologisch geprägt und kommentiert, wissenschaftliche Ansätze manipuliert oder zensiert. Trotzdem gebe ich nicht auf, in kleinen Zellen, sprich Familie, Freunde, Bekannte, auf die Lügengeschichten der Medien, nicht nur auf den Klimawandel bezogen, hinzuweisen. Das Gute: es werden immer mehr „Aufgeklärte“.

          1. Hier stellt sich wieder einmal die Frage „Cui bono?“ – Wem nützt es? Die kleine Minderheit der Klimawandelleugner in der Wissenschaft nützt jedenfalls den Interessen der Fossilindustrie, die ihre gewinnbringenden Dreckschleudern so lange wie möglich im Netz halten will. Windkraft, die saubere, flächensparende, wasserschonende und ungefährliche Alternative wird mit absurden Argumenten wie „Infraschall“ denunziert.
            Wer sich um Infraschall sorgt, sollte sich mal neben eine Autobahn stellen. Vielleicht wird dann sogar sein ästhetischen Empfinden verletzt. Gleiches gilt Hochspannungsleitungen. Oder innerstädtische Straßen, an denen Kinder Dieselruß einatmen müssen.
            Wer die Energiewende und die Windkraft blockiert, begeht ein Verbrechen an künftigen Generationen.
            Die Einschätzung unabhängiger Wissenschaftler zum Thema Luftverschmutzung finden Sie zum Beispiel hier:
            http://www.iass-potsdam.de/de/content/luftverschmutzung-und-klimawandel

          2. Liebe Frau Schuhmacher,
            keine Ahnung, wie es um Ihr energietechnisches Verständnis bestellt ist. Als BN-Mitglied seit 1979 habe mich auch aus persönlichem Interesse und auch beruflich als Dipl.-Ing. sehr intensiv damit auseinandergesetzt. Und deswegen erschreckt es mich, daß Sie hier die Windkraft als „saubere, flächensparende, wasserschonende und ungefährliche Alternative“ darstellen. Jeder, der sich nur ein bisserl mit der Alternativenfähigkeit der Windkraft auseinandergesetzt hat, hätte doch sofort erkennen dürfen, daß von irgendeiner Alternative für unseren Energiebedarf als Ganzes – und nicht nur für ein paar Häuschen, wenn mal grad der Wind richtig weht – gerade bei der Windkraft in keiner Weise die Rede sein kann.

            Offensichtlich haben Sie sich noch nie mit der Natur des Windes auseinandergesetzt, sonst hätten Sie das zentrale Problem seiner nicht mal ansatzweise gegebenen Energiedichte sofort herausgefunden. Es bräuchte also eine ungeheuere Naturzerstörung durch technisch geradezu idiotische Pfuschanlagen namens Windrad, um nur einen Bruchteil der in unserem vom EEG schon genug mißbrauchten Heimat manchmal mit Strom zu versorgen. Und alles, was die Windverbrecher als Speicheralternativen präsentieren, entbehrt ebenfalls völlig einer Naturverträglichkeit, geschweige denn wirtschaftlichen und technischen Machbarkeit.

            Mein liebevoll gemeinter Tipp: Gönnen Sie sich etwas Nachhilfe bei Ihrem Naturverständnis, es wäre bitter nötig. Mit dem, was Sie hier präsentierten, hätten Sie das Klassenziel eines anständigen Naturschutzes grandios verfehlt. Und hier den ökofaschistischen Totschlagsbegriff “ Klimawandelleugner“ zu bemühen, unterstellt den Kritikern am vorgeblich menschengemachten Klimawandel, daß sie gegen besseres Wissen eine erwiesene Wahrheit leugnen. Eine solche Rhetorik ist mehr als starker Tobak und einer anständigen Dame doch sehr unwürdig.

            Es gibt bestimmt keinen einzigen Kritiker an der vergeblichen Klimaschützerei, der den unbestreitbaren Klimawandel leugnet!

            Sie aber unterstellen – so darf ich Sie bestimmt interpretieren – daß „unser“ CO2-Ausstoß erst das Wetter ändert und dann das davon abhängige Klima. Legen Sie nur einen einzigen Beweis dafür vor!

            In Wahrheit scheinen Sie von den Vorgängen in der Natur und leider auch von der Natur des CO2 nicht die allergeringste Ahnung zu haben. Und deswegen greifen Sie in die ökofaschistische Trickkiste der Totschlagargumente, um Ihre hier offenbarte Ahnungslosigkeit in der Sache zu verteidigen. Und wenn Sie so dumm gewesen wären, Ihre Kröten in Windkraftprojekte zu stecken (was Ihr fehlgeleitetes „Engagement“ einfachst erklären könnte), darf ich Sie warnen – das Geld dürfte ziemlich sicher bald wegschmelzen wie der Frühlingsschnee und keine Jungen bringen. Denn Windkraft bringt die Rendite meistens allen möglichen Ökoparasiten, nur den Anlegern nicht, wie es schon ganz zurückhaltender Mainstreammedienkonsum oft genug offenbarte.

            Sehr schade finde ich, daß Sie damit den häßlichen Vorurteilen gegenüber Damen in der Naturwissenschaft bzw. Physik und Medienkonsum so viel Vorschub geben! Denn Naturwissenschaft und Informiertheit bräuchte es dringend, um die Natur wirklich schützen zu können. Eine Sache, die frau nicht versteht, kann sie auch nicht schützen.

          3. Der Ansatz des „Cui bono“ ist wie immer ein sehr guter. Weitere Nachweise, dasss die vielgeschmähte Windenergie Vögel und Fledermäuse stark beeinträchtigt widerlegt eine Schweizer Studie. Die Schweiz ist ja nun wahrlich kein Land, das von „Ökologieterroristen“ unterwandert ist. Deshalb sehe ich sie als zukunftsweisend und richtigstellend an. Außerdem ist Franz Alt aus meiner Sicht ein durchaus unangepasster und selbstständig denkender Zeitgenosse
            http://www.sonnenseite.com/de/umwelt/windenergieanlage-keine-gefahr-fuer-voegel-und-fledermaeuse.html

          4. Liebe Frau Estl,
            lassen Sie uns mal das cui bono auf Ihren Beitrag anwenden:
            Sie verteidigen ein von Informiertheit ungetrübtes ökologistisches Vorurteil und haben selber keine Argumente. Deswegen berufen Sie sich wie Ihre Vorrednerin auf ökologistische Aktivisten, die – was Ihnen in ideologietypischer Erblindung ganz offenbar entgangen ist – ihre Existenz den ökoparasitären Umtrieben zugunsten der Klimaschutzabzocke verdanken. Das wollen wir den Betroffenen nicht vorwerfen. Aber solche Galionsfiguren hier als Gewährsleute zu nutzen, offenbart nur Ihre unkritische Sachbehandlung und bestärkt peinlicherweise schon wieder das böse Vorurteil gegen Frauen in den Naturwissenschaften. Ab zur Nachhilfe in Bio, Physik und Technik!

            Und ja, ich weiß doch, wie sinnlos mein gutgemeinter Rat bei Ihnen verhallen wird. Denn liebgewordene Vorurteile abzuräumen dürfte gerade bei dem Aberglauben der Ökologisten ein Ding der Unmöglichkeit sein. Vielleicht machen aber auch Sie ein Gschäftle im Ökosektor und beuten – wie so viele – die Gesellschaft mit Wind bzw. Solar oder Gärgas aus?

            Dann wäre Ihr verzweifelter Versuch, das Schlechte schönzureden, noch entlarvender.

        2. Anders herum wird ein Schuh daraus, lieber Konrad Fischer.
          Ich schreibe Ihnen als Naturwissenschaftler. Und ich schreibe bewusst ein wenig ausführlicher:

          Ideologieversessene (um Ihre Bezeichnung aufzugreifen) Windkraftlobbyisten haben den BUND unterwandert und ihn im Konfliktfeld der Naturzerstörung durch Windkraft ganz offensichtlich praktisch gelähmt.
          Der NIMBY-Vorwurf, den Sie redundant wiederkäuen, stammt aus unterster Verunglimpfung-Schublade.

          Ich bin Jahrgang 1953 , gehöre zum Urgestein der Anti-AKW-Bewegung. Auch die Auflehnung gegen die Kernkraft ist aus Sorge um die umfasende Bedrohung des Lebens entstanden. Was eigentlich ist schlecht daran, wenn Menschen eine lebensbedrohliche Technologie in Ihrem „Hinterhof“ fürchen und ablehnen (NIMBY= Never in my Back Yard)? Streng genommen ist jedes Engagement der Menschen für eine bessere Umwelt eine NIMBY-Bewegung, denn wir müssen im Zuge globaler Bedrohung längst und endlich unseren Planeten als unseren gemeinsamen Back Yard des Menschheitskollektives auffassen.

          Ich war übrigens jahrelanger Geschäftsführer des NABU-Landesverbandes Baden-Württemberg und engagiere mich seit meinem 16. Lebensjahr, nunmehr 47 Jahre, für den Naturschutz. Zu meiner Verortung – bevor Sie auch mich diskreditieren – hier ein Link: http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/20165
          Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Artikels.

          Eine „menschenfeindliche Verbotsgesellschaft“ ist in der Tat im Aufbau. An der arbeiten aber zuvorderst die GRÜNEN, für die ich als Parteiloser und Idealist in den 1980er Jahren in der Kommunalpolitik gekämpft habe. Frieden- und Umwelt-bewegt sind die GRÜNEN dereinst gestartet, und scheuen sich heute – einmal an der Macht – vor keinem Verrat der einstigen eigenen Ideale (ein Beispiel: http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-gruene-traeume-auf-cdu-kurs-zum-wahlsieg-100.html). Insbesondere wurde der Natur-, Landschafts- und Artenschutz durch die dogmatische Festlegung auf die Windkraftindustrialisierung verraten.
          Dass nun leider die „etablierten“ sogenannten Naturschutzverbände zu Steigbügelhaltern dieser Partei herabgestiegen sind, ist bedrückend. Die Rolle kritischer Partner im gesellschaftlichen Diskurs ist damit fehlbesetzt. Kein Wunder, dass neue Naturschutzverbände entstehen.

          Da Sie globale Aspekte ansprechen: Die Welternährungskrise wird in der Tat verschärft durch ein umfassend verankertes anthropozentrisches Nutzendenken, für das die GRÜNEN mit dieser Form der sogenannten „Energiewende“ schlechtes Beispiel geben. Nicht einmal innerhalb der anthropozentrischen Umhüllung gelingt gerechte Teilung dieses Planeten, und erst Recht nicht, wenn es um gerechte Teilung mit den außermenschlichen natürlichen Entitäten geht. Die dogmatisch geradezu bestürzend verengte sogenannte „Energiewende“ deutschen Zuschnittes ist ein letzter, vielleicht sogar finaler Akt in diesem Aufzug des Weltentheaters: Anstelle des von Ihnen als „moralistisch“ abqualifizierten dringend notwendigen Sparens (man bedenke den um ein mehrfach zu hohen sogenannten ökologischen Fußabdruck in den westlichen Zivilisationen) ist der irrationale Glaube an eine Natur fressende Übergangstechnologie getreten. Dogmatisch verhärtet und mit dem Klima-Totschlag-Argument pseudo-correct flankiert von den GRÜNEN, anderen Mitläufer-Parteien und den ehemaligen, (noch) etablierten Naturschutzverbänden werden die Windkaftanlagen zu den Pilgerstätten einer Pseudoreligion der Klima-Welt-Verbesserung.

          Jedoch: Die Frage nach den Grenzen des Wachstums wird neu gestellt werden (müssen). Ebenso die Frage, was dem Menschen ethisch erlaubt ist, seinen Mitgeschöpfen anzutun. Von den Vertretern der neuen Windkraft-Religion jedenfalls werden diese Fragen nicht in der notwendigen Dringlichkeit wahrgenommen. Im Gegenteil: Der Mythos der Mainstreamökonomie vom weiteren (wirtschaftlichen) Wachsen wird gefördert, der Weg in und die Sicht auf eine Zukunft, die vom altruistischen Teilen des Planeten seiner primären Produktionskraft nicht nur unter Menschen, sondern darüber hinaus mit allem Seins-berechtigten Leben, geprägt sein müsste, wird verbaut.

          Eine persönliche Bitte zum Schluss, lieber Mitmensch Konrad Fischer: Versuchen Sie doch, Ihre Abneigung, die Sie gegen Enoch zu Guttenberg ganz offenbar hegen, ein wenig in den Griff zu bekommen.

        3. Lieber Herr Fischer,
          jede Woche besuchen Tausende Menschen aus Deutschland und Europa den Umwelt-Watchblog.
          Der Watchblog versteht sich als wichtige Plattform, um über aktuelle Themen aus den Bereichen „Erneuerbare Energien“ und Umwelt- und Naturschutz zu informieren und darüber kritisch und kontrovers auf hohem Niveau zu diskutieren. Hierin unterscheidet sich der Blog auch von Facebook und Co.

          Von den Beiträgen erwarten wir jedoch ein Mindestmaß an Schreib- und Konversationskultur. Menschen oder Vereinigungen sollte man nicht pauschal als „Lügner“ oder „böse“ bezeichnen. Nur so lässt sich das hohe Niveau des Umwelt-Watchlog erhalten. Unser Motto lautet: Streit JA – Beleidigungen NEIN.

          Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis und respektieren künftig unsere Gesprächskultur.

          1. Lieber Herr Bratka,
            Gesprächskultur ist auch mein Anliegen und ich verstehe Sie da schon richtig. Die Schwierigkeit liegt halt in der Dingfestmachung und Auseinanderhaltung des motivationsfreien Irrtums und des (uns allen aus fehlgeleitetem, oft uneingestandenem Selbsterhaltungstrieb eingeborenen) vorsätzlichen Betrugs, den es ja auch gibt.

            Deine Rede sei ja, ja und nein, nein, das ist mein Vorbild, nicht schwülstiges Nichtssagen um des lieben Friedens willen. Und ich versuche künftig, das geistige Florett (geschwungen zugunsten dessen, was ich als bittere Wahrheit empfinde) noch weniger Scharten schlagen zu lassen, versprochen.

            Wobei ich denke, daß der Fall hier nun ausgekartelt ist. Wenn ich dabei etwas übers auf diesem Paukboden übliche Maß hinausgeraten bin, bitte ich um Verzeihung!

  8. Das Problem ist doch keineswegs nicht das formatierte Mähstriem-Schäflein, das im Stil der Lemminge nicht als schwarzes aus der Herde gebissen werden möchte und deswegen – von seinen gottverlassenen Ängsten und darauf beruhenden Persönlichkeitsdefiziten getrieben – gerne seinem Untergang zurennt.

    Das wahre Problem sind die empörungsnutzenden Einpeitscher von den Podien, deren raffinierte Mischung von Wahr und Falsch eine versteckte Agenda bedient, die Köpfe der Schäflein verwirrt und so deren Untergang noch weiter beschleunigt.

    Die ökologistische Psychologie EvDs ist aus seiner (üblichen) Atomtraumatiserung und als (elitärer) Großgrundbesitzer, dem ein CO2-Emissionsabgezocke rein gar nicht wehtut und als Ökozehnter den Schafköppen zusammen mit weiterer reduktionistische Dämpfung oberlehrerhaft als Tugendterror zugemutet wird, nur zu verständlich. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, denn es entspringt aus seinem angeborenen Klassenbewußtsein, in das sich seine Seele hineingebären ließ (wenn man so möchte).

    Ihn aber als Galionsfigur gegen das EEG zu verwenden, ist das Problem, denn dafür kann niemand taugen, dessen unabänderliche Grundlage, die CO2-Lüge (von der Atomwirtschaft fein ersonnen, von den Ökoparasiten ausgenutzt) ist.

    So stärkt man aus purer Dummheit den Feind. Das verständlich zu machen, nur darum geht es.

  9. Lieber Herr Dr. Epple,
    meine vorige Antwort hat sich mit Ihrem Beitrag überschnitten und galt der unpersönlich antwortenden Pro Natur.
    Gegen EvD hege ich keinerlei Abneigung als Mensch, denn er ist ein göttliches Geschöpf wie wir alle. Und von mir aus darf er doch denken, sagen und handeln, wie und was er will, denn ich kann und will niemandem etwas vorschreiben.

    Worum es mir geht, ist Erkenntnis und Aufwachen aus Selbsttäuschungen. Denn wer auf EvDs und dergleichen Hoffnungen setzt, die in einer Abkehr vom ökologistischen Trauma und einer wieder blühenden und nach vorwärts zielenden Gesellschaft münden, wird bitter enttäuscht werden. Auch Ihre Kampfbegriffe „Fußabdruck“, „Grenzen des Wachstums“, „Mythos Wachstum“ etc. sind arg moralistisch aufgeladen (habe mich ausführlich mit ihrer Genese und Nutzungsgeschichte beschäftigt), stammen aus einer Welt der Gottverlassenheit, münden in Verbotsrechtfertigung und stehen einer menschlichen Verwirklichung als Krone der Schöpfung nach des Schöpfers Ebenbild eher entgegen. Und freilich kann ich mir buntest ausmalen, wie diese frohnatürlich-zuversichtliche Argumentationen Ihnen und anderen Ökos, zu denen Sie ja eingestandenermaßen seit langem gehören, mißfällt. Doch auch ein Naturwissenschaftler kann einem Mythos, gar Dämonismus huldigen, gerade im Zuge einer gottvernichtenden Aufklärung, die der Naturwissenschaft moderner Prägung eigen ist und in den Ökologismus als staatstragende Religion erst geführt hat. Denken Sie nur an Newtons Koffer …

    Woran Du glaubst, das ist Dein Gott.

    1. Schade, lieber Herr Fischer, dass Sie meiner Bitte nach Mäßigung nicht wirklich entsprechen konnten. Und wie befürchtet: Sie können den Versuch persönlicher Herabwürdigung – nun auch gegen mich – nicht lassen.
      So schaden Sie der Glaubwürdigkeit Ihrer eigenen, durchaus pointierten Gedanken zu den „Einpeitschern“ von den Podien herab.
      Tugendterror – um noch einmal einen Begriff von Ihnen aufzunehmen – entsteht doch gerade in jenen Kreisen, die dafür verantwortlich sind, dass Skepsis im Bereich der Klimadebatte bereits zum Schimpfwort geworden ist.
      Selbstverständlich ist auch er durch Scheinfakten induzierte Ablasshandel im Bereich CO² ein Abstellgleis innerhalb jenes großen Verschiebebahnhofes, in dem die wirklich drängenden Fragen der umfassenden Ökologischen Krise des Planeten geparkt werden.
      Ihre durchschimmernden Gedanken zur Krone der Schöpfung – ich empfehle Ihnen noch einmal die Lektüre meines Ihnen angetragenen Artikels – allerdings können wir hier nicht wirklich angemessen vertiefen.
      Nur soviel: Der Mensch ist Erkenntnis-, Macht- und Verantwortungszentrum dieser „Schöpfung“ , er ist das Wesen, das sich erkennend über den evolutionären Strom erhebt und auf diesen schauen kann. Im Menschen erkennt sich das Leben selbst….Es braucht nicht über Gott oder „nicht Gott“ spekuliert zu werden. Die Erkenntnis der Dichotomie von Macht und Verantwortung, uns Menschen als „Götterfunke“ verliehen, heißt uns, im Wortsinn Aufklärung zu betreiben und mit dem von uns überschaubaren Kosmos behutsam umzugehen.
      „Fußabdruck“ und “ Mythos Wachstum“ nennen Sie „Kampfbegriffe“. Der Blick auf die Ökologische Krise aber
      ist nicht gleich Ökologismus, nicht Gottvernichtung und nicht
      Dämonismus. Aber gerade Naturwissenschaftler mit Verantwortungsbewusstsein sind keine Reduktionisten und haben erkannt, dass die Wirklichkeit nicht beim Zählen und Messen endet.
      Der uneigennützig geführte „Kampf“ um die wehrlose außermenschliche Schöpfung entspringt einer grundlegenden moralischen Intention (sie ist teilweise auch ein Intuition), die Sie offensichtlich anderen Menschen pauschal nicht zugestehen können oder wollen.
      In der Tat: Alle drei Grunddimensionen (oder Tugenden) des Menschseins bei den alten Griechen, das Wahre (die (Natur)Wissenschaft), das Schöne (die Ästhetik) und das Gute (die Ethik) bilden den Dreiklang eines wohlbegründeten Naturschutzengagements, das im holarchischen, ganzheitlichen Sinne den Schutz des Menschen einschließt und seiner (gottgegebenen) Sonderstellung gerecht wird.

      Persönlichkeit-abwertende, klassenkämpferisch motivierte öffentliche Spekulationen über die Psychologie und Motivation des Diskurspartners sind eher unchristlich, und wenig geeignet, die gemeinsam Sache aller Menschen im Sinne eines vielleicht doch möglichen Konsens voranzubringen.
      Dem Appell an die Kultur des hier gepflegten Dialogs durch Herrn Bradtka schließe ich mich daher an.
      Vielleicht ist es ja gerade der Mangel an dieser Kultur, der viele Menschen stutzig macht, wenn es um das Durchpeitschen der Windkraft geht. Denn dieses – das Durchpeitschen der Windkraft auf Teufel und komm raus – ist der Anlass dieses Austausches.

  10. Lieber Herr Dr. Epple,
    es war mir klar, daß Sie meine Positionierung kritisieren. Das Gleiche gilt freilich andersrum, denn ich lehne die Naturvergötzung rundweg als menschenunwürdig ab. Sie stand und steht im direkten Widerspruch zur christlichen Religion wie ich sie verstehe, und über dieses Dilemma helfen uns auch Ihre schönen Begriffe wie gute Ethik und böser Anthropozentrismus nicht hinweg.

    Was nun „christlich“ ist, muß wohl jeder selber mit sich ausmachen. Zwischen Wechslerausgeißelung und anderer Backe gibt es ja einigen Auslegungsspielraum, gelle?

    Auch was Ihre so gern bemühte „ökologische Krise“ wirklich sein soll, ist doch nur als gewillkürter Begriff setzbar. Ob es eine gibt oder nicht, liegt wie jede „Wahrheit“ im Auge des Betrachters. Ihre Ableitungen daraus – alles gut und schön – aber nur für Sie und andere „Ökologen“, wenn es halt keine „Ökologisten“ sein sollen. Anderen kann auch gelten, daß die Zeit eben alle Wunden – auch die des Oikos-Systems heilen wird. Mal etwas eschatologisch eingestreut.

    Der Hintergrund unserer (vielleicht doch nur scheinbaren?) Verschiedenheit ist freilich urzeitlich und seit ewig umstritten. Was ist der Mensch, was darf er, was soll er? Da könnten wir ewig diskutieren, es bringt uns kaum weiter. In unserem Alter sind wir doch beide schon recht gefestigt in unserer mehr oder weniger individuellen Formatierung. Das sollte aber kein Hinderungsgrundgrund für den gegenseitigen Respekt sein.

    Daß Sie meine Kritik als persönliche Herabwürdigung auffassen wollen, ist durchaus Ihre Sache, ich sehe und meine das nicht so und wollte Sie keinesfalls beleidigen. Daß ich obendrein nach Ihrer Meinung irgendetwas anderen Menschen nicht zubilligen würde – da überziehen Sie maßlos. Ich billige sogar jedem Verbrecher sein Verbrechen zu und wage kein Urteil. Was wissen wir denn, was Recht wirklich ist, was Rache bedarf, was Gerechtigkeit sein soll, was heilbar wäre? Das hindert mich aber nicht, Ideologie, Marketing und Verkaufslyrik von dem Wahren, Guten, Schönen zu unterscheiden. Wenn auch diese Unterscheidung nur für mich selbst Geltung beanspruchen darf und ehrlicherweise auch etwas wandelbar ist. War ich doch früher ebenfalls atomverängstigt und mußte viel offene Auseinandersetzung mit diesem Thema wagen, bis ich das entspannter sehen durfte. Wobei mir die im „Atomstaat“ und seinen Akteuren zusammengeballte Macht nun widerwärtiger ist, als das sachlich extrem überzogene „Atomrisiko“ bei Betrieb und Entsorgung. Denn diese Macht tanzt uns den Öko, soweit meine Untersuchung des Themas.

    Noch eine kleine Abschweifung
    Das Leben ist für mich kein Würfelspiel, sondern in allem von Sinn geprägt. Wir sitzen – in Abwandlung des Platonischen Höhlengleichnisses – als Frösche 10 Meter tief in einem Brunnen und glotzen zur Öffnung. Von dort kommt mal Licht und mal Dunkelheit, mal Regen und mal Schnee, vielleicht auch mal ein Kessel Leeres oder Buntes. Welchen Sinn ich als Frosch in dieses Wechselspiel hineinlege und ob überhaupt, ist meiner Froschnatur geschuldet. Ich gehe also von einem Sinn in allem aus und erkenne, daß meine Froschperspektive nicht genügt, ihn abschließend zu entschlüsseln. Deshalb gestehe ich jedem ganz grundsätzlich seine persönliche Sicht der Dinge vorbehaltlos zu. Sogar Ihnen, lieber Herr Dr. Epple.

    Das verbietet mir aber nicht, skeptisch zu bleiben. Wölfe im Schafspelz, Verführer und die Selbsttäuschung zu erkennen, setzt das voraus. Und Spreu vom Weizen zu trennen, ebenfalls. Und darum geht es, wenn wir nach einer Erfolgsstrategie gegen die zunehmend selbstzerstörerische Verbotsgesellschaft mit ökologischer Rechtfertigungslehre angehen sollen. Mit den schwächlichen Kräften, die wir im materiellen und geistigen Sinne aufzuweisen haben, sodaß wir uns eigentlich nur mit Paulus unserer Schwachheit rühmen können.

    Schärfer denken, das wäre schön. Kann aber wehtun.

    1. „Deshalb gestehe ich jedem ganz grundsätzlich seine persönliche Sicht der Dinge vorbehaltlos zu. Sogar Ihnen, lieber Herr Dr. Epple. Sogar Ihnen, lieber Herr Dr. Epple“

      Da ist man wirklich dankbar, ob so viel Herablassung im rethorischen Zugeständnis.

      Ihre wiederholten Tiraden gegen Enoch zu Guttenberg und seine Abwertung als Person hatte ich aufgegriffen und haben mich veranlasst, zu „bloggen“, was ich sonst so gut wie gar nicht tue. Ich kritisiere diese Ihre Tiraden ausdrücklich noch einmal: Im unversöhnlichen, den Anderen gezielt abwertenden Ton unchristlich, scharf und diffamierend, in der Sache daneben (aber das führt nun hier zu weit).

      Lesen Sie selbst, was Sie gegen Enoch zu Guttenberg zu Papier bzw. in Ihren Rechner gebracht haben, noch einmal durch? Dort können Sie und die Mitlesenden erfahren, wie Sie „jedem ganz grundsätzlich“ die persönliche Sicht der Dinge zugestehen.

      Wer allerdings den Begriff „Ökologische Krise“ vor dem Hintergrund des realen Zustandes dieses Planeten und der umfassenden Bedrohung der Lebensgrundlagen seiner Bewohner als „gewillkürten Begriff setzbar“ umschreibt, sollte nicht Andere als „Ideologieversessene und an Naturwissenschaft uninteressierte Leute“ abqualifizieren, so wie Sie es in Ihrem hier nachlesbaren Ausbruch gegen Enoch zu Guttenberg getan haben.
      Denn der Begriff „Ökologische Krise“ ist eben kein willkürlicher Kampfbegriff – gegen wen und was sollte und wollte er sich auch richten, wenn nicht gegen die Hybris der Naturausbeutung und Verschwendung des Gegebenen. Aber halt, ich bin sicher, auch das nennen Sie „Kampfbegriffe“, und ich vergaß – das bezeichnen Sie als „Naturvergötzung“, die nach Ihrem „Verständnis“ im direkten Widerspruch zur Christlichen Religion steht. Gott sie Dank haben Sie diese willkürliche Auslegung des Christlichen auf Ihr sehr persönliches und eng auslegendes „Verständnis“ eingegrenzt.

      Und zwei weitere Ausbrüche gegen Enoch zu Guttenberg, die ich hier noch einmal wörtlich aufgreife (ich kürze, alles oben nachlesbar) „EvG taugt nicht als Galionsfigur des Widerstands gegen das Klimaschutzverbrechen, er ist ein Teil davon und will sich eben nicht von seiner bösen und menschenfeindlichen Ökoideologie lossagen. (…) Die ökologistische Psychologie EvDs(…) entspringt aus seinem angeborenen Klassenbewußtsein, in das sich seine Seele hineingebären ließ (wenn man so möchte)“.
      Auch jene anmaßende Beurteilungen des höchst differenzierten Gegenüber: gespeist aus unangenehmer (und wodurch eigentlich gerechtfertigter?) Herablassung.

      Ich wünsche Ihnen schlussendlich ganz brüderlich, und damit beende ich diesen Austausch, dass Sie Ihre eigene Abwandlung des Höhlengleichnisses zukünftig innerhalb der Sinnsuche Ihres Lebens so anzuwenden im Stande sind, dass Sie den Sinn eines öffentlich geführten Dialoges darin erkennen mögen, dem Gegenüber nicht in seiner Person zu schaden zu wollen. Sie müssen also nicht noch einmal nachtreten.

      „Nur das geschonte Leben offenbart sich“ hat Hans Jonas 1979 in „Das Prinzip Verantwortung“ geschrieben. Das gilt – und so hatte Jonas es im Kontext gemeint – für alles Lebende, also auch für uns Menschen.

    2. Lieber Herr Dr. Epple,
      Sie machen sich zum Fürsprecher und Verteidiger der persönlichen Integrität des EvG, das respektiere ich. Allerdings respektiere auch ich die Person EvG – allerdings geht es hier um seine und seiner Anhänger – wozu ich Sie sicher zählen darf – von mir konkret genannten Irrtümer.

      Meine zumindest aus meiner Sicht notwendige Kritik an seiner elitären Position, seiner obrigkeitstypischen Forderung nach Belastung der Menschheit mit CO2-Abzocke (euphemisiert „Emissionsabgabe“), seinem naturwissenschaftlichen Unverstand betr. CO2-Unwirkung auf Wetter & Klima, seinem folgerichtig kontraproduktiven Wirken im Kampf gegen den Klimaschwindel und für eine sozial vertretbare Energienutzung und unbehinderte Mobilität für alle übergehen Sie vornehm.

      Möglicherweise, weil Sie sich diese Dinge rund um Sparapelle, Nutzungsverbote, Schonung nur angeblich begrenzter Ressourcen und Zwangsabgaben für aus der Luft gegriffene CO2-Schädlichkeit ebenfalls zueigengemacht haben. Es sei Ihnen unbenommen, doch über Kritik – die Sie ja auch nach besten Kräften auszuteilen in der Lage sind – dürfen Sie sich dann nicht wundern.

      Dafür verabsolutieren Sie Ihre Begriffssetzung, soweit sie einer der freien Entwicklung der Menschheit abträglichen Ökoideologie zweckdienlich sind. Ich verstehe die romantische und die Natur über den Menschen setzende Psychologie dahinter, aber ich billige sie nicht. Jeder totalitär gesetzte Begriff, der bei anderen Wahrheit beansprucht, trägt seine Aufhebbarkeit denklogisch in sich – da brauche ich keinen Popper dazu.

      Ein ideologisch geschlossenes Denkgebäude steht einer ergebnisoffenen Diskussion entgegen. Ein „Nachtreten“ kann und will ich Ihnen nicht verbieten, aber ab jetzt dürften wir uns nur noch im Kreise drehen, bis es uns schwindelig wird – und das wäre zumindest für die Mitleser unattraktiv.

      1. Lieber Herr Fischer,

        wer mitgelesen hat, oder das ab hier noch rückwärts tun möchte, kann erkennen:
        Ich stehe mit meinem Denken nicht für eine von Ihnen unterstellte „Naturvergötzung“, die Sie aus Ihrer Weltsicht als „menschenunwürdig“ geißeln.
        Ich begründe die Stellung (und auch die überragende Würde, um Ihren Begriff aufzunehmen) des Menschen in der Natur als eine mindestens zweifach zentrale und gesonderte, und zwar sowohl wertetheoretisch als auch ethisch. Dahinter kann keine „die Natur über den Menschen setzende Psychologie“ angesiedelt sein, die Sie angeblich „verstehen“, die Sie aber ebenfalls nur unterstellen. Kein Begriff wird in der Ethik, die den nutzenorientierten Anthropozentrismus zu sprengen versucht, so wie ich Sie in Anlehnung an die Axiologie des Hans Jonas andenke, absolut oder gar „totalitär“ gesetzt.

        Aus der Erde als im Ganzen begrenztes System auf begrenzte Ressourcen zu schließen, ist naturwissenschaftlich konzis. Diese Erkenntnis muss nicht in einen an Verboten orientierten Totalitarismus führen. Nicht im Denken und nicht im Handeln. Selbst dann nicht, wenn die Protagonisten der heutigen Polit-Eliten, voran die GRÜNEN, diesen Irrweg, den ich mit Ihnen gemeinsam kritisiere, beschreiten.

        Wir Menschen sind im Diskurs zumindest theoretisch fähig, unseren Gesellschaftsvertrag entlang unserer Erkenntnisse immer wieder neu zu formulieren. Dort sind Konsense noch immer denkbar und erreichbar, die uns – weit unterhalb eschatologischer Ausmalungen, angesiedelt im rauen, zeitnah „elenden“ Diesseits – zu mehr Gerechtigkeit zwischen Menschen und in der Ausdehnung über den anthropozentrischen Tellerrand zu mehr Gerechtigkeit gegenüber wehrlosem außermenschlichem Leben und mehr Behutsamkeit gegenüber allem, was der Mensch nicht selbst geschaffen hat und jemals schaffen könnte, befähigen können.

        Das – die Frage nach Gerechtigkeit für und Behutsamkeit mit dem uns Anvertrauten – ist für mich der tiefere Gehalt dieser leider erbärmlich oberflächlichen Auseinandersetzung um die zerstörerischen Auswüchse der sogenannten Energiewende (wovon die Windkraftindustrialisierung selbst wertvollster Restnatur im Namen der Weltrettung nur einer ist). Die mit dem Klimaschutz-Totschlagargument eingepeitschte Energiewende ist von mir gemeint und kritisiert, die in Wirklichkeit, wie ich es formulierte, ein finaler Akt des Weltentheaters sein könnte, das die Menschheit im aktionistischen Festhalten an ihrer ausschließlich Nutzen-orientierten Perspektive aufführt. Oder sollte man sogar stärker formulieren: Die (vorerst) letzte Angriffswelle eines Umbau-Feldzugs, den die Menschheit auf diesem Planeten gegen ihre eigene Herkunft führt. Ist gar schon eingetreten, was Hans Jonas 1979 in „Das Prinzip Verantwortung“ formulierte (dort S 252)?: „Heute beginnt erschreckend klar zu werden, dass der biologische Erfolg (Anm.: der Menschheit) nicht nur den ökonomischen in Frage stellt, also vom kurzen Fest des Reichtums wieder zum chronischen Alltag der Armut zurückführt, sondern auch zu einer akuten Menschheits- und Naturkatastrophe ungeheuerlichen Ausmaßes zu führen droht. Die Bevölkerungsexplosion (…) nimmt dem Wohlfahrtsstreben das Heft aus der Hand und wird eine verarmende Menschheit um des nackten Überlebens willen zu dem zwingen, was sie um des Glückes willen tun oder lassen konnte: zur immer rücksichtsloseren Plünderung des Planeten, bis dieser sein Machtwort spricht und sich der Überforderung versagt.“

        Jedoch – zweimal haben Sie Recht:

        1) Ich habe mich zum Fürsprecher der Integriät Enoch zu Guttenbergs gemacht – nicht aus blinder Anhängerschaft, sondern weil persönliche, auf Entwertung eines Gegenüber zielende Tiraden unwürdig, ja grundsätzlich keines Menschen würdig sind.
        2) Ein ideologisch geschlossenes Denkgebäude steht einer ergebnisoffenen Diskussion entgegen. In diesem Falle ist es das Ihre, das – sich „buntest ausmalend“ – Schubladen bereit hält für Menschen, die nach Ihrer Vorstellung in einer Welt der „Gottverlassenheit“ umherirren oder mit ihren Argumenten aus dieser kommen, und nicht sehen wollen oder können und also eher hinderlich sind auf dem Weg, wie der Mensch seine “ Verwirklichung als Krone der Schöpfung nach des Schöpfers Ebenbild “ erreichen kann.

        Da halte ich es lieber noch einmal mit dem großen jüdischen Naturphilosophen: Ein wesentlicher Gedanke der Verantwortungs-Ethik folgt (aus) dem natürlichen Gewordensein des Menschen. Dieses legt uns die Treue zum verwandten Ganzen nahe, mit der auch Verantwortung und das ihr zugrunde liegende Gefühl ergründet kann. Jonas (1979: 246): „Im wahrhaft menschlichen Blickpunkt bleibt der Natur ihre Eigenwürde, die der Willkür unserer Macht entgegensteht. Als von ihr hervorgebracht schulden wir dem verwandten Ganzen ihrer Hervorbringungen eine Treue, wovon die zu unserem eigenen Sein nur die höchste Spitze ist. Diese aber, recht verstanden, befasst alles andere unter sich.“

        Gelebte Treue zu verwandten Ganzen, beileibe nicht Naturvergötzung, das wäre jener kleine, aber entscheidende Schritt, der uns pfleglichen Umgang mit der uns Anvertrauten hieße, – der entscheidende Schritt auf dem Weg, uns eines Tages „Krone der Schöpfung“ nennen zu dürfen.

      2. Oh, lieber Herr Dr. Epple,
        ich habe es leider geahnt, jetzt bringen Sie es raus:

        Die „akute Menschheits- und Naturkatastrophe ungeheuerlichen Ausmaßes … droht. Die Bevölkerungsexplosion“

        Da ist es, das zentrale Argument der ökologistischen Greise gegen die freizügige Jugend der Welt, gegen den Urtrieb der Fortpflanzung. Kommt aus der Urangst des Bedeutungsverlustes der alten Hirschen, der grauen Wölfe, denen die so lange vorbehaltene Beute nun vorenthalten wird. Ein typisches Generationenproblem, von Traumatisierten wie Jonas zur „Philosophie“ aufgebauscht und von älteren Männern gerne übernommen. Nicht von mir, wo ich doch jetzt schon 60 bin.

        Genau aus diesem Dilemma des zahnlosen Greises kommt der Haß auf die unbeschwert zeugende, sich frech vermehrende, mobile, sich fröhlich entwickelnde und gemäß ihrem von mir aus sogar biblischen Auftrag die Welt, die Natur und das Land sich untertan machende Menschheit voller Jungen, nach Verwirklichung strebenden Männer. Die Abwehrinstinkte gegen den aktuellen Jungmännerzustrom finden in diesem Syndrom ebenfalls ihren Hintergrund.

        Jona vor Ninive hadert mit seinem Herrgott, weil dieser sein Vernichtungswerk an den Bewohnern Ninives nicht vollbringen will. „Und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt, in der mehr als 120.000 Menschen sind, die nicht wissen, was rechts und links ist?“ antwort der liebe Gott dem zornigen Fanatiker, den nach der Auslöschung dieser Stadt dürstet.

        Der Wahn der population bomb, vom Ökologen Paul R. Ehrlich ersonnen und mit falschen Prophezeiungen des Weltuntergangs in den Mainstream getrieben, ist der zentrale Beweggrund, um menschenfeindliche Bevölkerungskontrollmechanismen obrigkeitlich zu installieren, Einkindpolitik, Zwangsabtreibungen, Sterilisierung und was dergleichen noch geeignet sein mag, die bösen Menschenmassen maximal zu reduzieren. Das Ganze als Sorge für den Fortbestand der Menschheit verpackt.

        Nein, bleiben Sie mit Ihrem Jonas auf der anderen Seite, als Gewährsmann für Mitmenschlichkeit kann der nicht gelten. Und auch kein Ökologe dieses Kalibers.

        1. Ein einfaches Zitat aus einem der wichtigsten Bücher eines der wichtigsten Philosophen des vergangenen Jahrhunderts bringt Sie, lieber Herr Fischer, erkennbar so aus der Fassung, dass pure Menschenverachtung – die Verachtung der „ökologistischen zahnlosen Greise“ – in Ihrem Ausbruch lesbar wird.
          „Bevölkerungsexplosion“ ist das Reizwort, das Ihr „frohnatürlich-zuversichtliches“ Argumenten-Fass zum Überlaufen bringt.
          Aber lassen Sie sich sagen: Jugend ist kein Verdienst, und Alter ist kein Makel. Beides stößt jedem Menschen unverschuldet und unverdient zu. Von drei biologischen Imperativen sind für das Individuum nur zwei obligat: Ernährung, also Stoffwechsel und Sterben müssen. Fortpflanzung hingegen steht dem Individuellen frei.
          In dieser entscheidenden Frage sind wir von der Natur geschieden. Für die Entwicklung des Menschen und der Menschheit im Gesamten ist zur Frage der biologischen Hinterlassenschaft die der kulturellen hinzugekommen. Eine entscheidende Facette unserer Sonderstellung.
          Wir geben beim Generationenwechsel einen Staffelstab weiter, der nicht nur die genetischen Programme enthält.

          Auf so viel Menschenverachtung, wie aus Ihren Zeilen spricht, will ich mich nicht einlassen: „Spätwerke“ der geistig und ästhetisch Schaffenden unserer gemeinsamen Menschheitskultur, alle aus Altersweisheit gespeisten Produkte „zahnloser Greise“ aus Hass gegen die „unbeschwert zeugende“ Jugend verfasst?
          Hans Jonas taugt nicht zum Vergleich mit Ihrem Jona von Ninive. Denn er hat mit seinem epochalen Werk um das Bild eines mit-leidenden Gottes gerungen, dabei wesentliche Gedanken zur Theodizee und das Gegenteil des Haderns mit Gott hinterlegt.
          In die Riege der „ökologistischen zahnlosen Greise“, die wie Hans Jonas in Ihrer Vorstellungswelt der strebenden Jugend das „unbeschwerte Zeugen“ neiden, nehmen Sie sicher auch Franz von Assisi (er wurde zwar nach heutigen Kriterien nicht alt, „predigte“ und lebte jedoch als Speerspitzenindividuum Armut und geschwisterlichen Umgang mit der Schöpfung – nach Ihren Kriterien vermutlich gotteslästerliche „Naturvergötzung“), und den derzeitigen Papst, der bewusst dessen Namen führt, und in seiner Enzyklika „laudato si“ wesentliche Fakten der ökologischen Krise des Planeten aufgreift. Kostprobe gefällig? (aus Nr.68 der Enzyklika): “(…), dass die Bibel keinen Anlass gibt für einen despotischen Anthropozentrismus, der sich nicht um die anderen Geschöpfe kümmert.“

          Mir jedenfalls gilt das (Alters-)Werk zahnloser Greise, etwa eines Hans Jonas, eines Beethoven oder Mahler als Zeichen nach Vollendung suchender Menschlichkeit, nicht zufällig entstanden an der Schwelle zum letzten biologischen Imperativ und mir im Rahmen meines Menschseins zur Teilhabe am Menschlichen geschenkt.

          Am 25. März führt einer der von Ihnen heraus-sortierten „ökologistischen Greise“, Enoch zu Guttenberg, den Sie hier wiederholt versucht haben, zu diskreditieren, mit den beiden von ihm meisterhaft dirigierten Klangkörpern im Münchner Gasteig die Matthäus-Passion Johann Sebastian Bachs auf. Auch jener war ein Greis, als er diese Passion zu Papier brachte. Ob es ein Zufall ist, dass der Überlieferung nach gerade das Matthäus-Evangelium für Franz von Assisi Lebenslauf-prägend wurde?
          Als Schlussgedanke zu Ihrer menschenverachtenden „frohnatürlichen“ Argumentation sei folgendes Zitat angeführt: „An der Zeit ist nicht eine weitere Hominisierung der Welt, sondern eine tiefere Humanisierung des Menschen“ (Jürgen Manemann, 2014, Kritik des Anthropozäns, Plädoyer für eine neue Humanökologie)
          Die Überformung letzter Natur-Reste zu den menschlichen Energiehunger bedienenden „Energie-Landschaften“ ist ein weiterer Akt der „Hominisierung“ der Welt. So sei wenigstens von mir der Bezug zum Thema „Energiewende und ihre Menschen und Schöpfung verachtende Auswüchse“ hier wieder hergestellt.

        2. Lieber Herr Dr. Epple,
          Ihr rhetorisch abgegriffener Versuch, meiner Argumentation Abscheulichkeiten, ja Ungeheuerlichkeiten unterzuschieben, ist keine gute Verteidigungsstrategie für die haßerfüllte Idee „Bevölkerungsexplosion“ , der Ihre Leitwölfe huldigen und die ich aus Ihrem Jonaszitat heraus angriff. Mit keinem Wort habe ich davon geschrieben, daß alle Zahnlosen reduktionistisch traumatisiert sind – wie Sie es mir peinlicherweise unterstellen wollen. Der haßerfüllte Reduktionismus betrifft nur diejenigen Verholzten mit krankhaft eingeschränktem Selbstwertgefühl, das leider oft genug in einer theodizeebedingten Gottverlassenheit zu begründen ist.

          Die Gottvertrautheit eines JSBachs dürfte auch Ihnen wohlbekannt sein. Dagegen versucht sich der alte Jonas an der Abservierung des allmächtig-liebenden Gottes, den uns Christus lehrt.

          Jonasens Perversion des Denken äußert sich sehr präzise nicht nur in Ihrem Bevölkerungsexplosionszitat, sondern auch hier: „Der schlechten Prognose den Vorrang zu geben gegenüber der guten, ist verantwortungsbewußtes Handeln im Hinblick auf zukünftige Generationen.“

          Dümmer gehts nümmer, doch genau auf diese geradezu satanische Leitidee berufen sich alle ökologistischen Projekte gegen die Freiheit und Entwicklung der Mitmenschen. Für die Ökopropagandisten entfalten die dem tumben Volke zugemuteten Reduktionen allerdings keinerlei Wirkmächtigkeit, wie der Ökojetset der Algoreiker und die bolidengekutschten Umweltmonsterialen und -poliducker alltäglich neu beweisen. Und auch ein EvD – das jetzt als ein bisserl Ironie, ist nach Johannesberg ja nicht wochenlang zu Fuß gelatscht oder tagelang auf dem Drahtesel angetrampelt gekommen, sondern binnen weniger Stunden „fossil“ bzw. „atomar“ motorisiert 😉

          Mit empörten und unterstellenden Tiraden unterer Rhetorikstufe (selbstverständlich kenne ich Schopenhauers Eristische Dialektik, der Sie so offensichtlich huldigen) können Sie das Dilemma zwischen naturvergötzendem, menschenverachtendem und bevölkerungs“kontrollierendem“ Ökologismus der Elite und einer menschenzugewandten Liebe im christlichen Sinne nicht auflösen. Hier braucht es die Entscheidung, in welchem Lager man streiten will. Ich habe sie seit langem getroffen.

          1. Lieber Herr Fischer,
            von sich auf andere schließen ist weit verbreitetes, als Grundlage unserer innerartlichen Verständigung evolutionsstabiles Muster. Dabei kann es aber auch zur fehleranfälligen Projektion kommen. Deshalb sei Ihnen mit Blick auf Ihre Tiraden zuerst Ihr Hinweis auf „untere Stufen der Rhetorik“ und die „Huldigung“ der Eristischen Dialektik Schopenhauers in aller Höflichkeit zurückgereicht.
            Anlass dieses Blogs ist der öffentlich gewordene Versuch des in bestimmten Themen der sogenannten „Energiewende“ vermutlich korrumpierten „Naturschutzverbandes“ BUND, einen renommierten „Naturschützer der alten Garde“, Enoch zu Guttenberg, auf gerichtlichem Wege mundtot zu machen.
            Sie haben mit Ihren Beiträgen Herkunft, Person und Psychologie des Betroffenen erkennbar abwerten wollen. So, wenn Sie ihn zum Teil eines „Verbrechens“ erklärten: „EvG (gemeint ist Enoch zu Guttenberg) taugt nicht als Galionsfigur des Widerstands gegen das Klimaschutzverbrechen, er ist ein Teil davon und will sich eben nicht von seiner bösen und menschenfeindlichen Ökoideologie lossagen.“ Alle, die Enoch zu Guttenberg in seiner Position gegen das EEG unterstützen, stärken in Ihrer Vorstellungswelt „aus purer Dummheit den Feind“.

            Ihre Sprache ist die Sprache des religiösen Fundamentalismus und ganz offenbar ist es auch Ihre Denke: „Satanisch“, „Perversion“, „Dämonismus“, „Verbrecher“, „Gottverlassenheit“ (bei Fundamentalisten vieler Religionen als „Ungläubigkeit“ umschrieben). Sie auf der einen, der wissenden und richtigen Seite, die Ungläubigen („Gottverlassenheit“) auf der anderen, unwissenden, dummen und daher falschen Seite.
            Fundamentalismus kennt – sprachlich und gedanklich – nur Ausgrenzung, nur draußen oder drinnen, hüben oder drüben, nicht aber das Sowohl als auch. Sie zeihen wiederholt alle anderen der Dummheit, die nicht erkennen oder verstehen wollen, was Sie aus Ihrer – immerhin selbst eingeräumten – Froschperspektive als Ihrer Weisheit Schluss verkünden. Selbst den großen Philosophen Hans Jonas, dessen – für dazu fähige Menschen zum Nach-Denken und zur ergebnisoffenen Diskussion anregende – im Erscheinungsjahr herausfordernd neue Ethik einer Heuristik der Furcht für Sie den Titel „dümmer geht’s nümmer“ verdient, und dann das religiös-fundamentalistische Verleumdungsprädikat „geradezu satanische Leitidee“ aus Ihrem (wodurch?) berufenen Mund erhält. Gerade der von Ihnen geschmähte Hans Jonas hat Reduktionismus, den Sie bei den von Ihnen gehassten „zahnlosen ökologistischen Greisen“ ansiedeln, in unübertrefflicher denkerischer Schärfe und seiner unnachahmlich dichten Sprache bloßgestellt: Jonas, H. (1981): Macht oder Ohnmacht der Subjektivität? 139 S. Insel Verlag, Frankfurt1981.

            Die Bevölkerungsexplosion der Menschenpopulation allerdings ist (natur-)geschichtliches und naturwissenschaftliches Fakt. Sie ist nicht, wie Sie eifernd meinen, „hasserfüllte Idee“ zahnloser Alter, die der Jugend die Zeugungskraft neiden. Offen und wieder des Nach-Denkens würdig ist hingegen, was wir als Menschheitskollektiv aus den unbestreitbaren Zahlen und den Zuständen folgern.

            „Deine Rede sei ja, ja und nein, nein, das ist mein Vorbild, nicht schwülstiges Nichtssagen um des lieben Friedens willen.“ Das schrieben Sie, als Sie von Herrn Bradtka zu Beginn Ihrer Auslassungen gegen das Böse eines der durch Sie ausgegrenzten „ökologistischen Greises“ (wie wir nun wissen) zur Ordnung gerufen wurden, und – ganz offensichtlich nur zum Schein – zurückruderten. Hätten Sie sich nur daran gehalten. Denn (religiöses) Eifern kann – wovon Sie jenseits von „ja, ja und nein, nein“ wortreiche Beispiele geben – leicht in die Irre und zu peinlichen Widersprüchen führen:

            „Ich billige sogar jedem Verbrecher sein Verbrechen zu und wage kein Urteil“, schrieben Sie an anderer Stelle, und urteilen doch in Ihren Wortmeldungen praktisch ohne Unterlass über alles und Jeden jenseits Ihrer Trennlinie von Gut und Böse.
            „Schärfer denken, das wäre schön. Kann aber wehtun.“ Auch das war einer Ihrer Merksätze. Unter diese Kategorie des schärferen Denkens sollen wir dann vermutlich einordnen, wenn Sie Hans Jonas‘ Ethik im Generationenkonflikt ansiedeln und schwadronieren von der „der Urangst des Bedeutungsverlustes der alten Hirschen, der grauen Wölfe, denen die so lange vorbehaltene Beute nun vorenthalten wird. Ein typisches Generationenproblem, von Traumatisierten wie Jonas zur „Philosophie“ aufgebauscht und von älteren Männern gerne übernommen“. Das wird Inhalten und Personen, die Sie pauschalierend angreifen, nicht im Ansatz gerecht. Sie sind nicht wirklich überrascht, dass man weitere Ihrer Peinlichkeiten aufgreift: (…) „aus diesem Dilemma des zahnlosen Greises kommt der Hass auf die unbeschwert zeugende, sich frech vermehrende, mobile, sich fröhlich entwickelnde und gemäß ihrem von mir aus sogar biblischen Auftrag die Welt, die Natur und das Land sich untertan machende Menschheit voller Jungen, nach Verwirklichung strebenden Männer.“ Der weitere nachgerade absurde Schluss, den Sie zu allem Überfluss (denn: wir diskutierten in diesem Blog über den erbärmlichen Versuch, einen EEG-Kritiker mundtot zu machen, und dabei über die Menschen und Schöpfung verachtende sogenannte Energiewende) noch auf von Ihnen entdeckte „Abwehrinstinkte gegen den aktuellen Jungmännerzustrom“ ziehen, ist abwegig.

            Unter die Gürtellinie hätten Sie dennoch nicht immer wieder zu schlagen brauchen. Gegen niemanden. Das stärkt nicht gerade die Glaubwürdigkeit Ihrer „frohnatürlichen“ Botschaft. So geben Sie, der Sie sich selbst auf der Seite „einer menschenzugewandten Liebe im christlichen Sinne“ ansiedeln, ein wenig überzeugendes Beispiel Ihrer Selbstbeglaubigung: Entwertung und Abqualifizierung (selbst posthume, siehe Hans Jonas) derjenigen, die Ihnen und Ihrer frohen Botschaft der freien Entwicklung und „frechen“ Vermehrung der Menschheit nicht folgen mögen oder können – „menschenzugewandte Liebe im christlichen Sinne“?

            Ein knappes halbes Jahrhundert habe ich mich an verschiedenster Stelle mit Naturschutz befasst, und nie die Hoffnung aufgeben wollen, dass die Botschaft etwa des heiligen Franz eines Tages doch hineinreichen könnte in die Niederungen unserer zunehmend hässlich werdenden Konflikte um die Reste der wehrlosen, dennoch weiterhin des Seins berechtigten Natur. Religiös-fundamentalistisch gründender Anthropozentrismus, verpackt in eine vorgeblich „frohnatürliche“ Botschaft wie die Ihre, die dem Menschen keine Grenzen setzen will und Argumenten-notgedrungen die Ungläubigen, aus dieser fundamentalistischen Weltsicht „Gottverlassenen“, mit Dummheit geschlagenen Schwestern und Brüder ausgrenzt, wird immer – auch das eine persönliche Erfahrung aus diesem halben Jahrhundert – zum Gepäck gehören, das den Weg in eine umfassend friedliche Zukunft auf diesem Planeten, die auch den Frieden mit der Natur einschließt, erschwert. Wir sind in diesen Jahren Zeugen dafür, wie gerade religiöser Fundamentalismus (einer anderen „Weltreligion“) durch Ausgrenzung und Verteufelung einen neuen Weltenbrand riskiert und andere wirklich drängende Zukunftfragen an den Rand drängt. In der Erschwernis der Suche nach Frieden trifft sich enger religiöser Fundamentalismus mit der zur Pseudo-Religion erhobenen Dogmatik der Klima-Welt-Retter, Marke GRÜN/BUND: Sie führen, wenn auch völlig unterschiedlich motiviert, zu infamen und unwürdigen Angriffen gegen scharf und frei denkende Skeptiker oder „Abweichler“ wie Enoch zu Guttenberg.

            Es ist auf der anderen Seite – zumindest für mich – ermutigendes Zeichen der Hoffnung, dass für die Erhaltung der Natur immerhin auch auf die christliche Botschaft gesetzt werden könnte, wenn der Papst in seiner Enzyklika den „despotischen Anthropozentrismus, der sich nicht um die anderen Geschöpfe kümmert“ nun endlich deutlicher als alle seine Vorgänger brandmarkt.

          2. Lieber Herr Dr. Epple,
            so viele Worte für ein bisserl Stilkritik, das ermüdet bestimmt nicht nur mich. Dennoch herzlichen Dank für den zunehmenden und offenbar authentischen Einblick in Ihr Inneres. Lassen Sie uns nun auf den Kern kommen, um denen es Ihnen und mir wirklich geht:

            Sie befürworten Maßnahmen gegen die Fruchtbarkeit und Welteroberung – biblisch „-untertanmachung“ – der Menschheit, dafür erklären Sie die angebliche „Bevölkerungsexplosion“ – von mir und genug wirklich klugen und humanen Köpfen als Popanz angeprangert – zur absoluten Wahrheit außerhalb jeglicher Kritik und verteidigen hier außerordentlich emotional und wortreich deren Protagonisten geradezu bissig, wenn nicht sogar verbissen gegen alle inhaltlichen (!) Anwürfe. Das ist totalitäres Denken und Schreiben.

            Bitte lassen Sie jetzt mal die zitatenangereicherte Nebelkerzenwerferei und das Gesumse auf den von Ihnen immer erweiterten Nebenkriegsschauplätzen weg, kommen lieber direkt zur Sache und klären uns endlich über Ihr wahres Wollen auf:

            1. Wie wollen Sie konkret gegen die von Ihnen und Ihren so wortreich gerechtfertigten und geradezu heiliggesprochenen Gesinnungsgenossen zur gefährlichen Wahrheit hochstilisierten „Bevölkerungsexplosion“ vorgehen? Was ist das Ergebnis Ihres Nachdenkens, meinetwegen im Kollektiv, wohl eher aber im totalitären Imperativ? Abtreibungszwang und Nachwuchsbeschränkung (Modell China)? Zwangssterilisierung? Weiter angewandte Hungerwaffe, Ressourcenbeschränkung, Einschränkungsreglement, Energiesparzwangsdiktatur, …? Was davon oder weit darüber hinaus wollen Sie und Ihre Stichwortgeber uns gönnen bzw. verordnen? Für alle und jeden? Oder nur die nichtweißen Rassen, die arbeitenden Klassen, die Nicht-Epple-Massen? Oder, oder, oder? Und wer wählt wie aus? Erzählen Sie, was Sie mit uns im Ganzen oder in Teilen vorhaben. Ich habe mit (m)einer Frau vier Kinder in die Welt gesetzt, sie sind im fortpflanzungsfähigen Alter. Dürfen die mit Ihrer Gnade für die fränkische Bevölkerungsexplosion jetzt so weitermachen oder müssen wir dem verhütendes Bombardement entgegensetzen?

            2. Um Ihr langfristiges „Naturschutz“-Engagement zu würdigen: Das gilt wohl auch für EvG. Waren Sie da vielleicht in der Rolle des Zauberlehrlings, der die Kräfte, die er rief, dann doch nicht beherrschte und die jetzt unsere Heimat zerstören – im Namen des Natur- bzw. Klimaschutzes gegen irgendwas Menschengemachtes? Und jetzt heißt es aufwachen und jammern und bärmen und versuchen, sich den alles vergiftenden und selbst beförderten Ökowallungen entgegenzustemmen – wie man den erst jüngst aufgenommenen Kampf gegen den BUND durchaus ausdeuteln könnte? Oder gilt letztlich nicht auch hier ganz zurecht: An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen!?

  11. Leider ist es nicht möglich, unter den Beitrag von Frau Sonja Schuhmacher diese Antwort direkt zu platzieren. Die grobe und fehlerhafte Vereinfachung, die Frau Schumacher betreibt, bedarf einer Beantwortung in der Sache:

    Liebe Frau Schuhmacher,
    Ihr Beitrag ist pauschal, simplifizierend und vielfach unzutreffend:
    1) Windkraftskeptiker sind nicht automatisch Klimawandel-Leugner
    2) Windkraftskeptiker sind nicht automatisch Unterstützer etwa der Kohleindustrie
    3) Energiewende und Windkraft gleichzusetzen, ist zu kurz gesprungen
    4) Der Hinweis auf die Problematik Infraschall ist keine Denunzierung der Windkraft, sondern durch Fakten gespeist:
    Hierzu kann natürlich kein erschöpfender Überblick gegeben werden. Schauen Sie, liebe Frau Schuhmacher z.B.:
    http://www.arte.tv/guide/de/048353-045-A/xenius
    dort etwa ab Minute 15.00 ein Hinweis auf die Studien an Universität Aalborg/Dänemark…
    Und explizit für Windkraftanlagen können Sie eine spezielle Studie dieser Universität komplett nachlesen
    „Henrik Møller und Christian Sejer Pedersen
    Tieffrequenter Lärm von großen Windkraftanlagen“
    z.B. unter dieser Fundstelle: https://unsersattelberg.files.wordpress.com/2011/06/tieffrequenter_larm_von_grossen_windkraftanlagen-1.pdf
    Aber vermutlich gehören diese Forscher nach Ihrem Vorurteil auch zur verbrecherischen Verschwörung gegen die Energiewende und die weltrettende Windkraftindustrie.

    Keiner Ihrer Allgemeinplätze trifft zu:
    Windkraftindustrie ist nicht flächensparend, nein: Sie frisst Fläche und zerstört letzte intakte Natur
    Windkraftindustrialisierung ist nicht wasserschonend: Vielfach kollidieren WEA-Planungen und Wasserschutz
    Windkraft ist nicht ungefährlich: Solange die Auswirkungen der Infraschall-Emissionen von WEAs sich nicht als eindeutig unbedenklich erweisen, gilt für die Verantwortung eine Heuristik der Vorsicht. Alle ergebnisoffenen Studien deuten in Richtung Gesundheitsgefährdung durch Infraschall.

    Windkraftindustrie ist nach alledem nicht „sauber“, was auch immer darunter verstanden werden soll.

    Konrad Fischer hat Recht: Gönnen Sie sich „Nachhilfe“ in Fakten und Zusammenhängen, um faire und nicht pauschal verunglimpfende Redebeiträge liefern zu können.
    Das einseitige Durchpeitschen der Windkraftindustrialisierung – auch noch an windschwachen Standorten und bis hinein in die Vorzugsflächen der Natur – mündet zunehmend in der Dimension eines Verbrechens an zukünftigen Generationen, weil wir unseren Nachkommen die letzten bislang nicht zubetonierten, nicht industriell beeinträchtigten und naturnahen Lebensräume in vielfältiger Weise durch Windkraft entwerten.

    1. Lieber Herr Dr. Epple,
      eine kleine Nachhilfe: Es ist sehr wohl möglich, direkt unter den letzten Beitrag eines Diskussionsstranges zu posten, wie Sie an meinen jüngeren Beiträgen sehen können. Man muß dazu nur auf den jeweiligen Erstbeitrag antworten, dann rutscht es automatisch als letzter Beitrag in den Diskussionsstrang.

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