Watschn für Bayerischen Rundfunk

Eine kräftige Watschn erhielt der Bayerische Rundfunk (BR) vom Bayernkurier in puncto Ökostrom.

Der Hintergrund: der BR empörte sich, weil der Freistaat Bayern bei Ausschreibungen keinen Ökostrom aus Neuanlagen verlange. Strom aus Altanlagen habe keinen Nutzen, da er aus bestehenden Wasser-, Wind- oder Solarkraftwerken komme. Er würde daher für die Energiewende keinen Nutzen bringen, lautete die unsinnige Behauptung des BR.
„Irgendwie hört sich die BR-Recherche fast ein wenig nach Lobbyismus für die Hersteller neuer Windräder (…) an“, so der Kommentar des Bayernkuriers. Und weiter: „Wollen wir anfangen, den Strom künftig ähnlich wie Wein nach Jahrgang, Lage, Höhe, Hangneigung und Sonnenstunden zu beurteilen?“

Der Redakteur des Bayernkurier formulierte auch gleich ein künftiges Angebot für Ökostrom an den Freistaat Bayern:

„Dieser Ökostrom ist ein vorzüglicher Grafenauer Südhang, Jahrgang 2016, liebliches Windrad, weiß gestrichen mit roten Flügelspitzen, Energieeffizienz A-, direkt aus dem Bayerischen Wald, mittlere Vogelschlagverluste, der Hersteller ist Mitglied der Grünen.”

wir würden noch hinzufügen … mit freundlicher Genehmigung des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland).

weiterlesen: Artikel Bayernkurier

9 Gedanken zu „Watschn für Bayerischen Rundfunk“

  1. Das mit dem „ÖKO-Strom“ ist sowieso so eine Sache:
    Hier muss ich mal den Kommentar unsres Mitstreiters Matthias weitergeben:
    „Wie muss ich mir das eigentlich rein technisch vorstellen?

    Wenn ich Kunde von einem der empfohlenen Stromlieferanten werde, legt der dann seine eigene Zuleitung zu meinem Hausanschlusskasten? Und wer zahlt dann diesen Aufwand?

    Oder bekomme ich ein Zusatzgerät in meinem Zählerschrank gebaut, das die Elektronen erkennen kann, die aus einem Kohle- oder gar Kernkraftwerk stammen und herausfiltert? Was geschieht dann mit diesen Elektronen? Die werden doch dann hoffentlich irgendwie vernichtet und nicht einfach an meinen Nachbarn weiter geleitet, oder?

    Oder auf welche andere Weise wird sichergestellt, dass aus meinen Steckdosen dann tatsächlich nur noch ökologischer und nachhaltiger Strom kommt?

    Entschuldigt bitte, wenn das eine dumme Frage ist. Aber ich bin bei diesem Thema technisch nicht so fitt und kann mir das deshalb gerade nicht so richtig vorstellen.“

    1. Hallo Aldyl, ich glaube es gibt schon Atom- und Kohlestromfilter im Internet zu kaufen. Wäre mal ein toller 1.April-Gag, wenn es nicht so traurig wäre!

      albert

  2. Aber Aidyl, es ist schon seltsam, dass du das noch nicht weist. Klar bekommt man einen Elektonenscanner sonnst kann es ja nicht klappen. Bei mir zeigt es immer an, dass der Strom aus der Steckdose kommt. 😉

  3. Hallo,

    die „Öko-Watts“ tragen einen grünen Schlips, daran erkennt man sie…. Oder liege ich da etwa falsch? Wo sie allerdings vorsortiert werden, entzieht sich meiner Kenntnis. ..————

  4. Die BR-Recherche hört sich fast ein wenig wie nach Lobbyismus für die Windrad-Hersteller an? Der BR berichtet seit langem sehr einseitig in Bezug auf die Windkraft. So in der Sendung Faszination Wissen am 29.02.2016 über die Berger Windräder: „Die Gutachten haben ergeben, dass weder Lärm, noch Schattenschlag noch Eiswurf bei den Nachbarn ankommen.“ Uns betroffenen Nachbarn liegen die Gutachten vor, sie besagen, dass der ganze Ort von Schattenschlag betroffen ist – in der Dauer bis knapp an die höchstzulässige Stundenzahl. Auch der Lärm geht bis an die Höchstgrenze von 45 dbA nachts. In der Realität hat sich das in den ersten 5 Monaten bestätigt. Auf meinen schriftlichen Protest wurde mir lediglich mitgeteilt, dass den Berichterstattern die Gutachten vorliegen. Fragt sich welche?

  5. Danke für den Tip – die Liste erklärt das Agieren des BR – leider. Nicht besser sieht es bei den für die Genehmigung für Windkraftanlagen relevanten Behörden aus.

  6. Einen weiteren nachgerade bedrückenden Beleg für das Verfehlen des Bildungsauftrages der öffentlich-rechtlichen Sender hat das ZDF geliefert:

    „ZDFzoom“ am Mittwoch, 4. Mai 2016, 22.45 Uhr

    „Sonne, Wind und Wut –
    Wird die Energiewende ausgebremst?“

    Der Film von Solveig Frick und Sonja Jürschik ist an Naivität, Einseitigkeit und Tendenz kaum mehr zu überbieten.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2722844/Sonne%252C-Wind-und-Wut#/beitrag/video/2722844/Sonne%252C-Wind-und-Wut

    Wie hieß es vor Jahren bei einem schwäbischen Kabarettisten:

    „Dass Fernsehe bleed macht“…

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