Was soll denn das schon wieder, lieber Bund Naturschutz?

Folgendes „Durchhalteschreiben“ wurde Anfang August von Herrn Prof. Dr. Weiger an seine Kreis- und Ortsgruppen versandt. Einige Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern haben es uns zugespielt.

Bilden Sie sich selbst ihre Meinung von der Qualität und Intention.

Rundmail an die Vorsitzenden der Kreis- und Ortsgruppen im BUND Naturschutz

Landesvorstand, Beirat und Kreisgeschäftsstellen zur Kenntnis

Liebe Vorsitzende der Kreis- und Ortsgruppen,

 der BUND Naturschutz und unser Bundesverband  BUND sind „mediengerecht im Sommerloch“ anlässlich des 40 jährigen Gründungsjubiläums des BUND in Marktheidenfeld wegen unserer demokratisch legitimierten energiepolitischen Position für den Atomausstieg und die Energiewende von zwei unterschiedlichen Seiten angegriffen worden.

 Hans-Josef Fell, früherer grüner Bundestagsabgeordneter meint, der BUND Naturschutz hätte zu große Vorbehalte beim Ausbau der erneuerbaren Energien, da er beispielsweise neue Wasserkraftwerke wegen ihrer Gefährdung für Flussökosystem, Windkraftanlagen in Naturschutzgebieten und landschaftlich sensiblen Gebieten oder die geplanten neuen Stromautobahnen ablehnt. Alle diese Positionen wurden mit den BN-Kreisgruppen intensiv diskutiert und sind in den Gremien des Verbandes vom Landesvorstand über den Landesbeirat und die Delegiertenversammlung demokratisch abgestimmt worden.

Auf der anderen Seite ist ein regionaler Verein aus der Oberpfalz mit dem Namen „Unser Hessenreuther Wald – Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern“  bayernweit über eine Mitteilung der Deutschen Presseagentur mit den seit langem bekannten und falschen Vorwürfen seines designierten Ehrenpräsidenten, Enoch zu Guttenberg zitiert worden. Der Vorwurf hier ist, dass der BUND Naturschutz sich nicht stärker gegen Windkraftwerke und Photovoltaikgebiete einsetze. Dieser Verband und seine bisherigen Protagonisten lehnt Windkraft generell ab, ohne allerdings eine Antwort auf die drängenden Fragen des Atomausstiegs, des Ausstiegs aus der fossilen Welt  – nicht nur im Strombereich – und der nötigen Energiewende in Bürgerhand zu geben.

 Der Kampf für den Atomausstieg, unser Einsatz für Energiesparen und Energieeffizienz in allen Bereichen und das Engagement auf allen Ebenen des BUND Naturschutz für den Ausbau der erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung starker ökologischer Leitplanken sind absolut notwendig für eine dezentrale Energiewende und gegen die Gefahren des Klimawandels. Nur aus diesen Gründen und bei einer abwägenden Planung mit ökologischen Leitplanken, bei welcher der BUND Naturschutz schon viele Windkraftstandorte, u.a. auch im „Hessenreuther Wald“ abgelehnt hat, können Veränderungen der Landschaft, die auch uns schmerzen, akzeptiert werden.

 Wir bitten Sie, diese demokratisch erarbeiteten Positionen, die wir Ihnen nochmals beilegen, offensiv zu vertreten.

 Für Rückfragen und weitere Hintergrundinformationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 Mit freundlichen Grüßen

Hubert Weiger                                        Richard Mergner           Landesvorsitzender                               Landesbeauftragter

Bund Naturschutz in Bayern e.V.

Bauernfeindstraße 23

90471 Nürnberg

0911-8187825 u. 0171-6394370

Unsere Antwort an den Herrn Professor:

Lieber Herr Professor Dr. Weiger,

wir sind kein „regionaler Verein aus der Oberpfalz“ sondern eine staatlich anerkannte Umwelt- und Naturschutzvereinigung in Bayern. Uns ist klar, dass Sie sich darüber ärgern. Wir erwarten jedoch etwas Fairness und Wahrheit in ihrer Berichterstattung über uns. Selbstbewusst, jedoch nicht überheblich, widmen wir uns überwiegend ehrenamtlich einem authentischen Naturschutz. Wir erhalten keine Unterstützung von Lobbyverbänden und können uns dadurch ungebunden für die Landschaften und deren Lebensvielfalt in Bayern einsetzen.

 

5 Gedanken zu „Was soll denn das schon wieder, lieber Bund Naturschutz?“

  1. Schade, dass der BUND weiterhin resistent gegenüber jeglicher Kritik seine Ideologien hinausposaunt!

    Schade, dass bei den führenden Köpfen immer noch nicht die Botschaft (sprich harte Fakten und Zahlen) angekommen ist, dass erneuerbare Energien dem Klimaschutz nicht dienen, sondern sogar den CO2-Ausstoss fördern, da durch eine fehlende Grundlastfähigkeit schmutzige Kohlekraftwerke nebenher laufen müssen.

    Und dann der Atomausstieg, der uns dummen Bürgern aufgezwungen wurde, weil die Atomkraftwerke ja so gefährlich sind – da frage ich mich aber schon, warum die aktuell neue Stationierung von Atombomben in Büchel/RLP absolut widerspruchslos auch von Organisationen wie dem BUND hingenommen wird. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Sind Bomben weniger gefährlich als Kraftwerke?

    Etwas mehr Recherche, Einsatz des gesunden Menschenverstands und Novellierung der Leitgedanken wäre hier dringend von Nöten. Aber dies wird nicht geschehen, ist der BUND doch fest in Lobbyhand der Windindustrie, wird sogar bei Auflösung des Bundesverbands Windenergie dessen Erbe, wie unter § 12 der Vereinsatzung für jeden nachzulesen ist:

    „§ 12 Auflösung des Vereins
    Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks geht das Restvermögen an den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), der es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke im Sinn des § 2 dieser Satzung zu verwenden hat.“
    §2 besagt die „umfassende und nachhaltige Förderung der Windenergie“.

    Prima Lobbyarbeit der Windindustrie, sich den BUND als Partner zu kaufen!

    Ich höre schon das Jaulen beim Wort „kaufen“, aber wie sonst soll man die Ausgleichszahlungen bezeichnen, die beim Bau von Windkraftanlagen gezahlt werden? Schweigegeld?

  2. Was den Verbleib der sogenannten ‚Ausgleichsgelder‘ angeht, liebe Leute, bitte seid vorsichtig mit Aussagen. Die Gelder werden von den UNB der jeweiligen Landkreise abgerufen zur Verwendung für – wie auch immer geartete – Naturschutzprojekte. Werden die Gelder innerhalb einer bestimmten Frist nicht verbraucht, fließen sie zurück an den Bay. Naturschutzfond. Darum mein Rat: Geht auf die Landratsämter und laßt Euch die Verwendung der Gelder nachweisen.

    1. Beim Windpark Nordergründe wurde vereinart, daß eine BUND-nahe Stiftung einen beträchtlichen Teil der Ersatzzahlung bekommt, aber nicht, für welche (rechtskonforme) Projekte konkret. Dafür nahm er eine Klage gegen den Windpark zurück. Bisher war nicht herauszubekommen, wo denn die Mittel aus der Ersatzzahlung ökologisch nachhaltig wirksam investiert wurden.

      Kritisches zur Historie

  3. 8760 Stunden hat ein Jahr – die Windräder liefern im Durchschnitt der letzten 15 Jahre – 1680 Stunden Volllaststunden Strom zu völlig unkalkulierbaren Zeiten !
    Woher und womit wird in den – restlichen – 7080 Stunden der benötigte Strom geliefert ???????

    Das wird wohl erst geklärt wenn es dunkel wird im Land .

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