Unwetter – eine ideologische Waffe der Ökofundamentalisten

Es war leider zu befürchten: Während die Aufräumarbeiten in den Überschemmungsgebieten noch im Gange sind und die betroffenen Menschen im Entsetzen verharren, beginnen ideologisierte Klimaschützer, grüne Demagogen und Profiteure der Energiewende das menschliche Leid als politische Waffe zu missbrauchen.

Was Sie machen ist ein Klimaverbrechen, kein Klimaschutz“, so der vollkommen absurde Vorwurf des Grünen-Fraktionschefs Ludwig Hartmann an die bayerische Staatsregierung. Im selben Atemzug brachte er die Unwetter der letzten Wochen mit dem „Abwürgen der Windkraft“ in Bayern in einen haarsträubenden Zusammenhang. Egal ob Flüchtlinge, Bürgerkriege oder Unwetter – jedes menschliche Elend und Unglück ist den zahlreichen Demagogen willkommen und nützlich, um Menschen zu manipulieren und um eine Forcierung der Energiewende zu fordern.

Was sind die wahren Gründe für die Unwetter der vergangenen Tage?

Vb-Wetterlage

Eine Vb-Wetterlage entsteht bei folgender Konstellation: ein Mittelmeertief zieht entgegen dem Uhrzeigersinn über Oberitalien hinweg in einem Bogen um die Alpenostseite nach Norden, um sich dann über Tschechien und Polen nach Deutschland auszubreiten. Gleichzeitig müssen mit südlicher Strömung heiße Luftmassen aus der Sahara über das Mittelmeer geführt werden. Dies südlichen Luftmassen reichern über dem Meer sehr viel Feuchtigkeit an und gelangen nach Deutschland. Ein Zusammentreffen der beiden Luftmassen führt zu lang andauernden und ergiebigen Niederschlägen, die durch die Aufwärtsbewegung im Bereich der Alpen sowie der östlichen Mittelgebirge noch extrem verstärkt werden können. Die Vb-Wetterlage wurde bereits von dem Meteorologen Wilhelm Jacob van Bebber im Jahr 1891, lange Zeit vor Beginn der globalen Kohlenstoff-Emissionen, beschrieben und steht mit dem sogenannten Klimawandel in keinem Zusammenhang. In der Literatur ist eine Vielzahl historischer, verheerender Überschemmungen nachgewiesen, die sich eindeutig als Vb-Wetterlagen kategorisieren lassen. Hier einige wenige Beispiele der vergangenen Jahrhunderte:

1342 – Magdalenenhochwasser: Aus Richtung Südost kommende extreme Niederschläge führten im Juli 1342 zu unvorstellbaren Überschwemmungen. In den Dörfern und Städten entstanden sehr große Schäden, fast alle Brücken und nahezu die gesamte Ernte wurden zerstört.

1501 – Hochwasser in Mitteleuropes: 10 Tage ununterbrochener Regen verursachten schwere Überflutungen mit großen Zerstörungen in ganz Zentraleuropa.

1613 -Thüringer Sintflut: Ende Mai 1613 kam es in Thüringen zu schwersten Gewittern verbunden mit lang anhaltendem Starkregen. Größere und kleinere Flüsse stiegen in wenigen Stunden um mehrere Meter an. Dörfer wurden zerstört; die Anzahl der Todesopfer wird auf über 2.200 Menschen angegeben.

1927 – Hochwasser im Osterzgebirge: Anfang Juli 1927 regnete es heftig und lang anhaltend viele Tage während einer Vb-Wetterlage. Der Starkregen war mit dem Durchzug mehrerer heftiger Gewitterfronten verbunden. Innerhalb von 30 Minuten wurden bspw. Niederschläge von 113 Litern pro Quadratmeter gemessen. Ca. 160 Menschen starben durch das plötzlich auftretende Hochwasser.

 

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Unverantwortliche Bodenversiegelung durch unnötigen Straßenbau im Bayerischen Wald. Bild © Sabine Macht

 

Bodenversiegelung, Maisanbau und Flurbereinigung

Überschwemmungen werden durch eine ständig steigende Versiegelung der Böden wesentlich gefördert. Rund 47% der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Bayern sind bereits versiegelt. Der weitere Bau von Straßen, Siedlungen und Gewerbegebieten hält ungebrochen an. In Folge dessen kann Niederschlagswasser nicht mehr ausreichend versickern. Bei Starkniederschlägen fließt es entweder direkt in die Häuser oder es kommt zu Tsunami-artigen alles mitreißenden Sturzfluten. Der zunehmende Maisanbau zu Lasten wertvoller wasserspeichernder Wiesen, nivellierte landwirtschaftliche Produktionsflächen – frei von Hecken und natürlichen Hindernissen – lassen leider auch künftig derartige Überschwemmungskatastrophen befürchten.

 

2 Gedanken zu „Unwetter – eine ideologische Waffe der Ökofundamentalisten“

  1. Vielen Dank für diesen erhellenden Artikel. In der Online-Ausgabe der „Welt“ hat Prof. Reichholf heute einen sehr guten Artikel veröffentlicht, der in die gleiche Richtung zielt:
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article156076783/An-den-Flutschaeden-ist-auch-der-Maisanbau-schuld.html
    Wenn wir nicht ehrlich nach den Ursachen suchen, warum der Starkregen solche Verwüstungen anrichtete, können wir weitere solche Ereignisse nicht verhindern. Wenn Lebensmittel so billig sind, dass es mehr bringt, Mais anzubauen und in Biogasanlagen zu vergären, stimmt etwas nicht in unserem System. Wenn man sich die Bäche anschaut, die die Überschwemmungen verursacht haben, dann sieht man sehr häufig, dass sie über weite Strecken aus einbetonierten Kanälen bestehen. Renaturierung der Gewässer, soweit möglich, und mehr Grünland sind dringend notwendig.

  2. Auch der Spiegel hat am 08.06.2016 mit einer unaufgeregten Hintergrund-Berichterstattung hinterlegt, dass abweichend von der schrillen Panikmache wenigstens einige Journalisten noch gegen den GRÜN manipulierten Klima-Hysterie-Mainstream schwimmen können:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/unwetter-die-bizarre-sehnsucht-nach-klimawandel-a-1096368.html#js-article-comments-box-pager

    Es geht längst nicht (mehr) darum, dass der unbestreitbare Wandel des Klimas stattfindet, und wie dem mit vernünftigen Reaktionen zu begegnen sei.
    Vielmehr: Die Panikmache, insbesondere die wissenschaftlich unseriöse Vermengung von Wetter und Klima durch die Politik und insbesondere in vielen Berichterstattungen auch der öffentlich-rechtlichen Sender, hat Methode und verfolgt einen Zweck: Das „Volk“ soll weiter bereit sein für eine sogenannte „Energiewende“, die in Wirklichkeit eine unausgegorene, verkorkste und sozial ungerechte Stromwende ist. Der Deutsche Michel soll für den Ausbau der Windkraft und den naturzerstörenden Anbau sogenannter Bioenergie weiter möglichst kritiklos bezahlen. Die Umverteilung von jetzt schon jährlich deutlich mehr als 20 Milliarden Euro im Rahmen des „Erneuerbaren Energien Gesetzes“ aus den Taschen der Stromkunden in die Hände weniger Gewinnler wird im politisch korrekten Medien-Mainstream als Großtat für den Klimaschutz propagiert – das zieht sich hinein selbst in sogenannte „Wissenschafts“-Sendungen: So berichtet das „Wissenschaftsmagazin“ „nano“ am 08.Juni 2016 völlig einseitig über die Reform des EEG. Dort kommt u.a. eine „Energieökomomin“ Claudia Kemfert minutenlang zu Wort, um im Wesentlichen die Propaganda der Betreiber der „Erneuerbaren Energien“ öffentlich-rechtlich finanziert nachzusprechen:
    https://www.3sat.de/page/?source=/nano/gesellschaft/176067/index.html
    und
    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=59576

    Wenn Agitation von der Mehrheit geglaubt werden soll, bedarf es der gezielt geschürten Katastrophen-Angst durch über Tage und Wochen gesammelte Katastrophen-Berichterstattung. Fakten sind bekanntlich wenig gefragt, wenn Meinung transportiert werden soll, und den Protagonisten der sogenannten „Energiewende“ das Ziel der „Transformation“ unserer Gesellschaft durch Manipulation im Rahmen der anhaltenden Medienhype erreichbar scheint. Dass Skepsis gegen das hysterisch vorgekaute Klima-Wetter-Halbwissen und gegen die Auswüchse der sogenannten „Energiewende“ gerade von den GRÜNEN verbissen und mit Inbrunst bekämpft und diffamiert wird, ist ein weiteres Fanal des Niedergangs der Diskurs-Kultur und seriöser Politik.

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