Speichertechnologie – Mythos und Wirklichkeit

Speichertechnologien sind um den Faktor 100-1000 von den wirtschaftlichen und technischen Notwendigkeiten entfernt. Bild © VLAB
Speichertechnologien sind um den Faktor 100-1000 von den wirtschaftlichen und technischen Notwendigkeiten entfernt. Bild © VLAB

In der Diskussion um die Energiewende gelten Speichertechnologien als Schlüssel zum Erfolg. Nur durch Speichertechnologien lässt sich die politische Forderung einer „Dekarbonisierung“ und der vollkommene Ausstieg aus der Kernkraft realisieren.

In einem bemerkenswerten Artikel auf der Webseite des Deutschen Arbeitgeber Verbandes räumt Dr. Björn Peters, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema Energiewende unter wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten beschäftigt, mit diesem „Wunschdenken“ auf. Speichertechnologien würden nicht vor der technischen und wirtschaftlichen Marktreife stehen und könnten der Energiewende nicht zum Durchbruch verhelfen, so die Quintessenz des Physikers und Analysten.

Grundsätzlicher Neustart in der Energiepolitik notwendig

Peters betont, dass es keinen profitablen Pfad zu einer Vollversorgung Deutschlands mit speicherüberbrückten Wind- und Solarkraftwerken gebe. „Bei allen mir bekannten Power-to-Gas-Technologien (P2G, d. i. die Umwandlung von elektrischer in chemisch gebundene Energie) liegt der Gesamtwirkungsgrad für die Wiederverstromung aber bei (nur) 10-20 Prozent je nach Technologie, wenn man ehrlich rechnet“ lautet das nüchterne Resümee des Wissenschaftlers. Für diesen sehr geringen Wirkungsgrad gebe es viele Ursachen. Beispielsweise würde ein genaues Verständnis des Lastverhaltens und des wetterbedingten Produktionsprofils von Wind- und Solarkraftwerken fehlen. Auch die raum-zeitlichen Eigenschaften der Witterung auf einer Zeitskala von Tagen bis Monaten seien noch nie systematisch untersucht, obwohl gerade dies für die Planung der Energiewende mit Wind, Sonne und Speichern notwendig wäre, stellt Björn Peters fest.

Die heute verfügbaren Technologien für den großtechnischen Einsatz von Stromspeichern seinen um einen Faktor von 100-1000 von den wirtschaftlichen und technischen Notwendigkeiten entfernt. Peters hält es daher für unmöglich, dass Stromspeicher vor Mitte dieses Jahrhunderts eine wesentliche Lösung bei der Umsetzung der Energiewende spielen würden. Dies sei einer der größten Denkfehler der Energiewende. Seiner Meinung nach müsse „ein grundsätzlicher Neustart in der Energiepolitik“ erfolgen.

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5 Gedanken zu „Speichertechnologie – Mythos und Wirklichkeit“

  1. Danke für diesen Hinweis! Dieser Artikel ist das Beste, was ich in letzter Zeit zum Thema „Speicherung regenerativer Energien“ gelesen habe. Er ist sehr verständlich geschrieben und weist nach, dass ausreichende, bezahlbare und sichere Speicher in weiter Ferne sind. Wir brauchen dringend einen Stopp des weiteren Ausbaus von Wind- und Solaranlagen. Die freiwerdenden Gelder sollten in ergebnisoffene Forschung und Entwicklung gesteckt werden, um die Energieversorgung wirklich zukunftsfest zu machen!

  2. Seit einiger Zeit verfolge ich die Prognose-und Ist Zahlen der Netzbetreiber ,die am einfachsten und schnellsten auf der Webseite des Wind-Journal aufgeführt werden und zeige Ihnen den 31.August als Paradebeispiel davon.
    Der prognostizierten Winderwartungseinspeisung von rund
    5,5 Gigawatt stehen 2,47 Gigawatt tatsächlicher Produktion gegenüber. Nicht mal 50 Prozent der Prognose
    Diese Tabellen kann man bis 2012 zurückverfolgen, Stunde für Stunde,Tag für Tag ,Monat für Monat,Jahr für Jahr.
    Wenn man bedenkt,das in den letzten 10 Jahren eine tägliche Stromversorgung von 70-90 Gigawatt zur Versorgung nötig war und es auch in Zukunft in etwa so bleibt,ist es mir unerklärlich wohin dieses EEG System steuert.
    Kann mir bitte Jemand erklären wie diese Zahlen mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen sind ?
    Dazu noch den Biogas-Irrsinn mit Maisfeldern die inzwischen
    größer sind als das gesamte Saarland.
    Die Äcker setzten nachts sehr viel Lachgas frei, ein Stickoxid, dass den Klimaschutz Effekt sogar ins Gegenteil verkehrt, heißt es. Sogar die Umweltministerin hat den Mais auf dem Kieker. Der Mais, kurzum, ist der neue Oberschurke der modernen Landwirtschaft.Der Mais, zerstört das Landschaftsbild. Er ist wohl auch schuld daran, dass es so häufig Überschwemmungen gibt, weil er später im Jahr wächst als anderes Getreide und die Reihen zwischen den Stengeln so groß sind, weshalb das Regenwasser zu schnell abfließt.

  3. Im Artikel wird behauptet, dass der „Gesamtwirkungsgrad bei der Wiederverstromung von P2G bei nur 10 – 20 Prozent“ liegt.

    Der BDEW schreibt: „Elektrolyse und Methanisierung erreichen zusammen einen Wirkungsgrad von ca. 60 Prozent.“ Siehe
    https://bdew.de/internet.nsf/id/995E4F45B9B94A65C1257823004550D3/$file/Factsheet%20Power-to-Gas.pdf
    Wenn man dieses synthetische Methan in KWK verstromt und die Wärme weitgehend nutzt, beläuft sich der Gesamtwirkungsgrad für die Energie auf ca. 50 Prozent des ursprünglich überschüssigen EE-Stroms!
    Andere Speichertechnologien haben Gesamtwirkungsgrade bis über 90 Prozent.
    Hinweis:
    Ist zu viel Atom- und Kohlestrom im Netz, werden vorrangig (gesetzeswidrig!) EE-Anlagen abgeschaltet. Dies bedeutet für diese einen Gesamtwirkungsgrad von 0 Prozent.
    Kohlekraftwerke haben einen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 45 Prozent und Atomkraftwerke von nur etwa 35 Prozent. Das stört den Autor und den VLAB aber offensichtlich nicht.

    Was der VLAB hier verbreitet ist verantwortungslos!

    1. Vielen Dank für Ihren Beitrag, verehrter Herr Waldherr, den wir zwar inhaltlich nicht teilen, jedoch gerne veröffentlichen.
      Er zeigt eindrucksvoll, mit welch falschen Zahlen und mangelhaftem Hintergrundwissen Mitglieder und Energieberater des BN (Bund Naturschutz) arbeiten.

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