Schutz der Landschaft sichert Zukunft – Ein bemerkenswerter Vortrag

Die Wertschätzung unserer Landschaften müsse dringend wieder neu entdeckt werden, lautete die Kernaussage eines bemerkenswerten Vortrages im Barocksaal des Schlosses Tegernsee vor rund einem Jahr am 18.11.14. Der Vortrag zu dem die „Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal“ eingeladen hatte stand unter dem Titel „SCHUTZ DER LANDSCHAFT SICHERT ZUKUNFT“. 

“Hilfst Du mir bei meinem Industrie-Gebiet, helf’ ich Dir bei Deinem”, zitierte der Referent zu Recht viele Bürgermeister. In diesem Sinne werde einfach weiter wertvolle Landschaft verbaut und versiegelt. Am Ende des Vortrages appellierte der Redner an die begeisterten Zuhörer, persönliche Briefe an Politiker zu schreiben um gegen weitere Landschaftszerstörungen zu protestieren. Sie würden zumindest teilweise von ihnen gelesen und sie beeindrucken; ebenso riet er zu öffentlichen Protest-Aktionen. “Unsere Heimat und ihre Landschaft sollten es uns wert sein“ erklärte er am Ende seines Vortrages unter großem Applaus der zahlreichen Zuhörer.

Wer war nun eigentlich der großartige Redner, der so vehement für den Schutz unserer Landschaften eintrat? Es war kein geringerer als Prof. Dr. Hubert WEIGER, der 1. Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern (BN).

Schade, dass sich Herr Professor Weiger nicht auch gegen die Zerstörung bayerischer Landschaften durch Windräder oder Freiflächen-Fotovoltaikanlagen so vehement einsetzt, etwa in den Landkreisen Hof oder Neumarkt in der Oberpfalz .

 

Ein Gedanke zu „Schutz der Landschaft sichert Zukunft – Ein bemerkenswerter Vortrag“

  1. Leider scheint die Wirtschaftstheorie des Neoliberalismus, die alles, wirklich alles auf dem Altar der Wirtschaft (sprich Macht und Geld) opfert, auch vor Natur- und Landschaft nicht Halt zu machen. Waren Grüne und BUND ursprünglich die Gründerväter und -mütter der Umweltbewegung, haben sie sich heute meilenweit von ihren ursprünglichen Grundsätzen abgewandt und sitzen mit Windlobby und ähnlichen Wirtschaftsvertretern im selben Boot.

    Erschreckend ist jedoch die Werteverschiebung in der Gesellschaft allgemein, wozu oben genannte Organisationen erheblich beitragen. Gibt es im Kindergartenalter noch die Möglichkeit, den Kindern durch „Waldtage“ oder gar Waldkindergärten Landschaft und Natur authentisch nahe zu bringen, fehlt dies in Grund- und weiterführenden Schulen meist völlig. Im Gegenteil, bereits im Kindergarten, aber dann auch später geht es meist um das große hehre Ziel „Klimaschutz“. Man lässt Windrädchen malen und Sonnenkollektoren bauen, manchmal vielleicht auch noch „Strom sparen“ diskutieren. Hat man keinen über das Maß engagierten Pädagogen, ist damit das Repertoire zum Thema „Naturschutz“ und „Wertschätzung der Heimat“ erschöpft, das den morgens mit dem Familien-SUV in die Schule kutschierten Schülern vermittelt wird.

    Auch die Kirchen handeln ähnlich. Da wird hochtrabend von der „Bewahrung der Schöpfung“ gesprochen, während man gleichzeitig zulässt, ja aktiv unterstützt, dass durch Windräder ganze Landstriche zerstört und industrialisiert werden. Ist diese Landschaft und deren Bewohner kein Teil der Schöpfung? Wo genau schütze ich das Klima?

    Neulich wurde verlautbart, dass der Kauf biologisch erzeugter Lebensmittel das Heil der Welt bedeuten würde. Und was ist mit den afrikanischen Kleinbauern, die einfach enteignet werden, damit Großkonzerne für uns dort biologische Lebensmittel erzeugen können?

    Bei diesem oberflächlichen Nachgeplapper bar jeglicher eigener Überzeugung ist Kirche kein Kompass mehr, nur noch ein immer schwächer werdendes Echo.

    Die genannten Beispiel zeigen, dass es in der Gesellschaft massiv an Wertschätzung für Natur und Landschaft sowie an der Vermittlung ebendieser fehlt. Denn was ich nicht kenne und schätze, werde ich auch nicht schützen. Es ist höchste Zeit, wieder umzudenken!

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