“Salamanderfresser-Pilz” bedroht europäische Salamander und Molche

Ein aus Asien wahrscheinlich über den Tierhandel eingeschleppter Chytridpilz, der “Salamanderfresser-Pilz”, bedroht die europäischen Salamander- und Molchvorkommen. In Belgien und den Niederlanden hat der Pilz bereits zum Zusammenbruch der Populationen des Feuersalamanders geführt.

Feuersalamander
Der Feuersalamander in seinem Habitat: Klare, sauerstoffreiche Bäche umgeben von Mischwäldern. © Wolfgang Völkl

Laborexperimente zeigen, dass die meisten europäischen Salamander und Molche kurz nach der Infektion sterben. Falls sich der Pilz weiter ausbreitet, könnte er zu einer großen Gefahr für die Diversität der europäischen Schwanzlurche werden. Eingeschleppte Krankheiten sind zunehmend eine Bedrohung für den Menschen, seine Nutztiere und -pflanzen, aber auch für die Biodiversität. Besonders bedroht von neuen Krankheiten sind die Amphibien, die am stärksten gefährdete Gruppe der Wirbeltiere.

Eine internationale Studie stellte bei einer Untersuchung von rund 5.000 Arten fest, dass die europäischen Salamander und Molche – getestet wurden unter anderem Feuersalamander, Bergmolch, Kammmolch, Fadenmolch –  mit Ausnahme des Fadenmolchs, im Laborversuch hochempfindlich auf diesen „neuen“ Chytridpilz sind und wenige Tage nach der Infektion sterben. Frösche und Kröten sind hingegen nicht oder kaum durch den Pilz bedroht.

Wenn sich der aggressive Pilz weiter ausbreitet, dürfte er zu einer großen Gefahr für die Diversität der europäischen Molche und Salamander werden. Aber auch anderen Tierarten droht indirekt Gefahr: Molche, Feuersalamander und deren Laich werden gerne von Weiß- und Schwarzstörchen, Fischen, Wasserinsekten aber auch von Schlangen gefressen. Eine Dezimierung der Molch- und Feuersalamander-Populationen würde eine schwerwiegende Störung in der tierischen Nahrungskette mit unübersehbaren Folgen bedeuten.

Mehr Informationen:

Martel, A. et al. (2014): Recent introduction of a chytrid fungus endangers Western Palearctic Salamanders. – Science 346: 630–631;   www.sciencemag.org/content/346/6209/630.

http://www.feldherpetologie.de/pinnwand/batrachochytrium-salamandrivorans-ausbreitung/

https://www.ufz.de/index.php?de=19544

http://de.wikipedia.org/wiki/Chytridiomykose

 

 

 

 

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