Rotmilan durch Windräder stark bedroht

Deutschland trägt für den Rotmilan eine besondere Verantwortung; mehr als die Hälfte aller Rotmilane auf der Welt leben und brüten in der Bundesrepublik. Bild: ©G. Just
Deutschland trägt für den Rotmilan eine besondere Verantwortung; mehr als die Hälfte aller Rotmilane auf der Welt leben und brüten in der Bundesrepublik. Bild: © G. Just

Ein Faktencheck zahlreicher wissenschaftlich seriöser und belastbarer Studien durch Lars Lachmann, dem NABU-Referenten für Ornithologie und Vogelschutz, beweist:

„Greifvögel wie der weltweit bedrohte und vor allem in Deutschland vorkommende Rotmilan gehören zu den Vogelarten, die am meisten von Kollisionen mit Windrädern betroffen sind“.

Hintergrund dieses Faktenchecks waren „Scheinstudien“, die durch die Windradlobby in Auftrag gegeben wurden. Die Gefälligkeitsstudien sollten den meist unkundigen Lesern und Entscheidern suggerieren, Greifvögel und der Schwarzstorch seien durch Windräder nicht gefährdet. Manche behaupteten sogar das Gegenteil: ihre Populationen würden bundesweit – trotz Windräder – zunehmen. 

Ein aktuelles Beispiel für die unreflektierte Wiedergabe von Falschmeldungen ist der der ehemalige Grüne Politiker und Bundestagsabgeordnete Hans Josef Fell, der selbsternannte „Vater des EEG“.

Zur peinlichen Falschmeldung von Josef Fell

Zum belastbaren Faktencheck

 

Ein Gedanke zu „Rotmilan durch Windräder stark bedroht“

  1. Die aus der Schweiz stammende, in Windkraftkreisen großspurig angekündigte „Studie“ ist vielfach widerlegt. Es gibt eine weitere vernichtende Analyse aus dem September 2015 von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.

    Bezeichnend ist, mit welchen Mitteln die Windkraftlobby versucht, seriöse Wissenschaft und sorgfältige Wissenschaftler zu diskreditieren.

    Wer sich über untadelige und dem wissenschaftlichen Standard entsprechende ergebnisoffene Forschungsansätze zu populationsbiologischen Auswirkungen der Kollisionszahlen von Greifvögeln an Windturbinen informieren will, und die durchaus beunruhigenden bis alarmierenden Ergebnisse, nicht nur für den Rotmilan, sondern auch für den Mäusebussard zur Kenntnis nehmen will, kann z.B. hier fündig werden:

    http://bioconsult-sh.de/de/projekte/progress/

    http://bioconsult-sh.de/site/assets/files/1529/1529.pdf

    Insbesondere die Präsentation von Astrid Potiek (zweiter Link) sei zur Ansicht empfohlen.

    Dass sich die Windkraftlobby nun dazu versteigt, besonders gründliche Forschungsansätze mit fehlerhaften Scheinstudien anzugreifen, zeigt das Ausmaß des dahinter liegenden Konfliktes. Offenbar fürchtet man zunehmend die Realität der Naturschutz-Auswirkung des weiteren Ausbaus der Windkraft.

    Mit der fehlerbestückten „Studie“ haben sich die Windkraftbefürworter jedoch einen Bärendienst erwiesen: Zeigt sich doch deren weitgehendes Unverständnis für die populationsbiologisch relevanten Zusammenhänge der Auswirkung von zusätzlicher Mortalität gerade bei sogenannten „K-Strategen“, wie es viele Greifvogelarten nun einmal sind.

    Die mangelhafte Bereitschaft zur Sorgfalt im Diskurs, wenn es um das Durchpeitschen der Windkraft gegen die Belange des Artenschutzes geht, ist ein schlechtes Zeugnis für die Windkraftlobby. Denn mit dem nun versuchten Komplett-Negieren des Konfliktes zwischen Artenschutz und Windkraft ist auch mangelnde Bereitschaft zur Verantwortung seitens der Windkraftindustrie offengelegt.

    Dies wirft schließlich auch ein Licht auf die gängige Verwaltungs- und Genehmigungs-Praxis, die Vergabe der Artenschutzgutachten bei der Ausweisung von Windkraft-Industrieflächen in die Hand der Betreiber und Projektierer zu geben. Für die Zukunft kann das nur heißen: Windkraftindustrie-Projekte müssen hinsichtlich ihrer Auswirkung auf den Naturschutz von unabhängigen Wissenschaftlern begutachtet werden.

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