Nein zu Stromtrassen, ja zu Windrädern – Wie passt das denn zusammen?

Viele Bürgerinitiativen, allen voran der Bund Naturschutz, wehren sich vehement gegen den Bau von Stromtrassen durch unsere Republik. Beeinträchtigungen der Landschaften durch die bis zu 60 Meter hohen Strommasten und gesundheitliche Gefährdungen der Anwohner werden befürchtet.

Der dezentrale Ausbau der „Erneuerbaren Energien“ müsse beschleunigt werden, fordert der Bund Naturschutz in Bayern, dann könne man auf Stromtrassen verzichten. Auch die 10-H-Regelung, bei der ein Windrad mindestens das Zehnfache seiner Höhe von der nächsten Wohnbebauung Abstand halten muss, müsse man sofort streichen. Sie sei „unsinnig“, so Herbert Barthel, der Referent für Energie und Klimaschutz des BUND Naturschutz in Bayern. Es sollten weitere 2.500 Windräder in Bayern gebaut werden, dann sei man energieautark und die hässlichen Stromtrassen würden überflüssig, legt der selbst ernannte Klimaschützer fachkundig nach.

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Die hohen, angeblich alles überragenden Strommasten sind ein Hauptgrund vieler Bürgerinitiativen gegen die Stromleitungen. Sie fordern statt dessen den weiteren dezentralen Ausbau mit Windrädern. Bild © Der Neue Tag/Amberger Zeitung

 

Der Bund Naturschutz und viele Bürgerinitiativen ignorieren jedoch die Tatsache, dass erst durch den maßlosen Bau von Windrädern in Nord- und Ostdeutschland die Stromtrassen notwendig wurden. Die von der Bundesregierung geplanten Stromautobahnen von Nord nach Süd sollen überschüssigen, nicht speicherbaren „Windstrom“ nach Süddeutschland leiten, um einen Blackout – verursacht durch eine Überlastung der Stromnetze – zu verhindern. Auch der weitere Zubau von Windrädern in Nord-, Mittel- und Ostdeutschland soll ermöglicht werden, um die Kassen der Windinvestoren und Planer kräftig zu füllen.

Die Sache wird jedoch allmählich eng für die Wind-Profiteure:  Seehofer verweigert den Bau der Stromtrassen durch Bayern und Tschechien hat mit dem Bau von Transformatoren begonnen. Diese Stromsperren sollen den unerwünschten „Ökostrom“ deutscher Windräder an der Grenze zu Tschechien stoppen. Wegen fehlender Stromautobahnen zwischen Nord- und Süddeutschland nimmt die Elektrizität verstärkt den Umweg über Tschechien. Damit steigt dort aber das Risiko einer Überlastung des Stromnetzes. Die Kosten der Anlage, die 2016 in Betrieb gehen soll, belaufen sich auf rund 80 Millionen Euro. „Ein Blackout käme weit teurer zu stehen“, hieß es bei dem tschechischen Netzbetreiber CEPS.

4 Gedanken zu „Nein zu Stromtrassen, ja zu Windrädern – Wie passt das denn zusammen?“

  1. Im Magazin Natur+Umwelt [4-13], welches der BUND vierteljährlich veröffentlicht, geht es im Titelthema um die Postfossile Zukunft. Ab Seite 10 werden darin „Wege zur großen Transformation aufgezeigt“. Auf Seite 18 leistet dann auch Hr. Barthel als BUND-Energiereferent seinen „fachkundigen“ Beitrag. Darin heißt es – Zitat: „Wer morgens kein Windrad sieht, muss sich fragen, woher abends der Strom für den Fernseher kam – vielleicht aus dem Kohlekraftwerk, dessen Abgase andere einatmen müssen?“ Man sollte Hr. Barthel dazu einmal fragen woher der Strom denn kommt wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint und man aber trotzdem gerne das abendliche TV-Programm genießen möchte. Vielleicht ja aus dem PSW Goldisthal in Thüringen 😉 Gegen das der BUND ja auch geklagt hatte, aber nach einer üppigen, außergerichtlichen Geldzahlung von über 3,5 Mio. Euro durch den Betreiber, die Klage dann doch schnell wieder zurückzog.

    1. Hubert Weinzierl, einer der bedeutendsten Natur- und Umweltschützer und Mitbegründer des Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND), sagte einmal: „Ich weiß, dass durch die Zerstörung von Landschaften in mir etwas kaputtgeht, ohne genau zu wissen, was und warum“.

      Weinzierl engagiert sich seit fünf Jahrzehnten in der Ökologiebewegung und gilt als die Integrationsfigur von klassischem Naturschutz und moderner Umweltpolitik in Deutschland.

      Herr Barthel weiß und spürt offensichtlich nicht, was um uns herum alles kaputtgeht.

  2. Sehr geehrter Herr Bradka,
    ich bin vor einigen Tagen über den Hunsrück gefahren und habe die Verspargelung der Landschaft gesehen. Inzwischen ist mir eine einzige Stromtrasse lieber als diese ganzen Windräder.
    Gruß G.Zebisch

    1. Sehr geehrte Frau Zebisch,
      man wird Sie gar nicht fragen, was Ihnen lieber ist.
      Wenn Sie nicht energisch gegen den Windradwahn und die Stromtrassen eintreten, werden Sie beides bekommen!
      Berichten Sie allen Ihren Freunden und Mitmenschen, was Sie im Hunsrück gesehen haben und machen Sie die Umweltzerstörung öffentlich. Viele Menschen in den Städten haben immer noch nicht erkannt, welcher Naturzerstörung in Deutschland unter dem Deckmantel des Klimaschutzes von den Profiteuren der EEG-Fördermittel betrieben wird.
      Die Energiewende muss ohne weitere Windräder und ohne dadurch (angeblich) erforderliche Stromtrassen vorangebracht werden.

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