Mythos Förster. Ein Berufsbild verliert seine Glaubwürdigkeit.

Windpark Streu-und-Saale am Rande der Rhön
Windpark Streu-und-Saale am Rande der Rhön

Bewährte Traditionen verändern sich gegenwärtig in allen gesellschaftlichen Bereichen; immer schneller und dramatischer. Wirre Zeiten ohne Orientierung bringen jedoch selten etwas Positives und Produktives hervor, wie es Enoch zu Guttenberg in seiner „Brandenburger Rede“ eindringlich beschreibt:

Sie rufen vor allem oft jene auf den Plan, die ideologische Fahnen schwenken und vorgeben, die Welt entwirren zu können.“

Im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes ist insbesondere der Klimawandel ein mächtiger Katalysator für Hysterie.  Diskussionen über notwendige Maßnahmen gegen den Wandel des Klimas werden nicht mit Vernunft, sondern oft mit Irrationalität geführt.

Selbst die Förster, eine bisher bodenständige, seriöse und durchaus  geschätzte Berufsgruppe – dem Wohl des Waldes und seiner Tiere und Pflanzen verpflichtet – fallen auf diese kollektive Phobie und auf den Mainstream der Medien, Lobbyisten und mancher grüner Gesinnungspolitiker zunehmend herein.

So lässt der Bund Deutscher Forstleute (BDF) Windkraftlobbyisten der „Fachagentur Windenergie an Land“ in seiner Zeitschrift „BDF aktuell“ umfassend und exclusiv auf sechs Seiten über den großen Nutzen von Windindustriegebieten in Wäldern berichten. Kritische Gegenstimmen zur Windenergie im Wald kommen in dem Heft des BDF leider nicht zu Wort.

Heutige Anlagen mit Gesamthöhen von mehr als 200 Metern ermöglichen eine wirtschaftlich rentable Stromerzeugung auch über Baumkronen (…) Der politisch unterstützte Ausbau der Windenergie im Wald in Süd- und Mitteldeutschland lässt erwarten, dass sich der Trend zu mehr Windrädern im Wald in nächster Zeit forstsetzen wird verkündet die Forstzeitschrift, ohne mit nur einem einzigen Satz auf die negativen Folgen für die Biodiversität in den Wäldern einzugehen.

Man sei sich sogar sicher, dass sich „die Anlagen möglichst harmonisch in das Landschaftsbild einfügen. Im Nahbereich werden Türme und Rotoren durch die Sichtverschattung der Bäume kaum wahrgenommen. Gleiches gilt auch für die Geräuschkulisse. Die natürlichen Geräusche im Wald liegen meist über dem Geräuschpegel von Windenergie-Anlagen.“

 

 

5 Gedanken zu „Mythos Förster. Ein Berufsbild verliert seine Glaubwürdigkeit.“

  1. In deutschen Wäldern herrscht schon länger Goldgräberstimmung, was die Invasion der Windkraft selbst in sensibelste Bereiche betrifft. Was nicht für den Zugriff der Windkraftbarone passt, wird gutachterlich und durch politischen Druck passend gemacht. Nicht nur private Großgrundbesitzer, nein – die staatlichen Forstverwaltungen etwa in Baden-Württmeberg und Bayern, aber auch in anderen Bundesländern beteiligen sich am großen Geschäft…Statt den Wald im Sinne eines der letzten naturnahen Gemeinschaftsgüter zu verwalten, wird er an die Windkraftindustrie veräußert. Staatsbetriebe sahnen die durch staatliche Subvention ermöglichten Pachteinnahmen ab. Staatlioch gelenkte Waldvernichtung nicht nur in „Bananenstraaten“ wie Panama, sondern auch in Deutschland…wer hätte sich das noch vor 20 jahren auch nur vorstellen können oder mögen?
    Mit Fug und Recht kann man hier von einem Sündenfall sprechen.
    Denn vielerorts werden Schwachwindgebiete mit reichhaltigen Wäldern für die Windkraft geöffnet, gefördert durch ein absurdes Subventionssystem, das für eine möglichst „gerechte“ Verteilung des Windkraft-Reibach-Kuchens auch in Süddeutschlands Wäldern sorgen soll, Dank des Einflusses der GRÜN dominierten Bundesländer.

    Ähnlich wie die kräftig absahnenden Windkraft-Gefälligkeitsgutachter gerät nun mit dem Forst ein ganzer Berufsstand in den – politisch schein- korrekten – Strudel der Weltrettungsindustrie. Ob Bayerische Staatsforsten oder ForstBW, eine unwürdige Beschädigung des ohnehin angekratzten Rufes ist in nun vollends im Gang. Denn schon länger fällt auf, dass es im Forst offenbar mdehr um Ökonomie als um Ökologie geht. Vorsorgende Hüter des Waldes jedenfalls sind sie nicht mehr, diese Windkraftförster.

    Beispiele für das Zusammenspiel von staatsgelenkten Energiebetrieben und Forstverwaltung beim Eindringen der Windkraft selbst in wertvollste Bereiche habe ich in meine Denkschrift eingearbeitet.

    Der interessierte Leser wird hier fündig:

    Epple, W. (2017): Windkraftindustrie und Naturschutz sind nicht vereinbar. Windkraft-Naturschutz-Ethik. Herausgeber. Naturschutzinitiative e.V., 140 Seiten; im Speziellen z.B. auf den Seiten 52 ff. und 74 ff.

    Dass für die Waldvernichtung durch Windkraftindustrie in vielen konkreten Fällen auch noch Rückendeckung von ebenso wie die Staatsbetriebe windkraftverbandelten ehemaligen Naturschutzverbänden wie BUND, Nabu und anderen kommt, macht den Dammbruch für den Waldschutz durch Windkraft in Deutschland komplett.

    1. Vielleicht solltest du dir mal einen Forstbetrieb anschauen oder einen Vorgang für die Planung einer Windkraftanlage genauer studieren, bevor du weiter Unwahrheiten vertreibst und Hetze gegen den Forst machst! Es gibt keine Branche in Deutschland, die so viele GRATIS Leistungen für die Allgemeinheit leistet wie der Forst. Und du gehörst sicher dazu, der gerne im Wald spazieren geht, sauberes Trinkwasser haben will, und Luft zum Atmen. Und sicher brauchst du auch ein Dach über dem Kopf. Holz ist der nachhaltigste Baustoff und nachhaltige Holznutzung ist Klimaschutz.

      1. Genau darum ist es wichtig, dass der Wald nicht zerschnitten wird mit dem Bau von Windindustrieanlagen. Dann ist es kein Wald mehr sondern eine Allee (also eine Anpflanzung von Bäumen in Reihe), die niemals die gleichen ökologischen Effekte mit sich bringt.

      2. Wen meinst Du, David Johann, mit Du? Welche Unwahrheiten und welche Hetze soll er verbreitet haben?

        Übrigens ich wurde schon in einer Wohnung von den Holzheizungen der Nachbarhäuser und der Bewohner unter mir derart eingeräuchert, daß ich in der Heizperiode kein Fenster mehr öffnen konnte. Ob Holz oder Tabak verbrannt wird ist egal. In jedem Fall entstehen gesundheitsschädliche Verbindungen.

  2. Also primitiver und zynischer kann man man den Bürger wirklich nicht mehr mit monströser Dummheit vollrotzen – siehe Aussage:
    Man sei sich sogar sicher, dass sich „die Anlagen möglichst harmonisch in das Landschaftsbild einfügen. Im Nahbereich werden Türme und Rotoren durch die Sichtverschattung der Bäume kaum wahrgenommen. Gleiches gilt auch für die Geräuschkulisse. Die natürlichen Geräusche im Wald liegen meist über dem Geräuschpegel von Windenergie-Anlagen.“

    Demnach würde man gerne in natürliche Wälder künstliche Monsterwälder implantieren!?

    Dieser Volksverdummung, „umweltfreundliche Windkraft“, muss endlich ein Ende gesetzt werden:
    Entgegen früheren Annahmen sind Windräder nicht so harmlos, wie sie scheinen. Analog vielen neuen Technologien, werden die Risiken erst nach und nach bekannt. So drehen sich die Rotorenenden keinesfalls langsam, sondern an windigen Tagen an den Spitzen gar mit über 200 km/h ! Auf solche Geschwindigkeiten hat die Evolution selbst beste Flieger unter den Tieren nicht vorbereitet.
    Tiere werden regelrecht geschreddert. Nach neuesten Untersuchungen trifft es besonders seltene Großvögel, wie beispielsweise Rotmilane, die im Umkreis der Windkraftanlagen nach verunfallten Kleintieren suchen – und dann selbst Opfer der Rotationsflügel werden. Vom Menschen werden diese Unfallopfer kaum bemerkt, da auch Fuchs und andere Kleinraubsäuger sehr effektiv „Nachsuche“ betreiben. (siehe http://www.huffingtonpost.de/ulrich-dittmann/windraeder-gefahr-fuer-voegel-und-fledermaeuse_b_7300130.html )

    Auch für den Menschen ist das Gefährdungspotential groß: Lärmbelästigung, Schattenwurf und vor allem der noch kaum erforschte Infraschall.
    Die Welt meldete schon am 02.03.2015: “Aus Angst vor Gesundheitsschäden durch Infraschall werden in Dänemark kaum noch Windenergie-Anlagen gebaut. Eine staatliche Untersuchung läuft.”

    Ein weiterer, nicht unwesentlicher Punk ist die Wirtschaftlichkeit: Windkraftanlagen halten natürlich nicht ewig. Das „Verfalldatum“ naht nach ca. 20 Jahren, lt. vorliegendem Schreiben des Bundesverbandes WindEnergie, vom 07.10.2014.
    Ober- und unterirdische Anlagen und Anlagenteile, das gewaltige Fundament, Nebenanlagen, Wege, Plätze, Bodenversiegelungen, müssen per Rückbau beseitigt werden.
    Was ist überhaupt dann noch recyclebar? Notwendige Sondermülldeponien sind nicht auszuschließen.

    Wer trägt die Kosten? Letztlich wohl der Steuerzahler.-

    Wir sollten uns nicht wieder und wieder von Politikergeschwätz einlullen lassen – nach bekanntem Motto, „die Renten sind sicher“, „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“ – und die Erde ist eine Scheibe.

    Alles in allem ein Horror, ein unausgegorenes Konzept. Denn ungelöste Knackpunktfrage ist nach wie vor – wie die Windkraftenergie effizient speichern? Denn just dann, wenn die Windräder tüchtig pfeifen, wummern und grollen, ist nicht zwingend auch Strombedarf vorhanden.

    Es gilt der Windkraft-Lobbyistenschar und den vielfach nach Marionettenmanier agierenden Systemparteien endlich die „Rote Karte“ zu zeigen!
    Orientieren wir uns doch nicht an wohlformuliertem Lobbyisten- und Polit-Geschwafel, sondern an dem, was uns Bürgern mit der flächendeckenden Windmühlen-Verspargelung des Landes schon Übles angetan wurde.

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