Feldlerche in Not

Feldlerche
Die Feldlerche (Alauda arvensis). Noch vor Jahrzehnten war sie ein sehr häufiger Bodenbrüter in unseren Kulturlandschaften. Landwirtschaftliche Maßnahmen und eine Versiegelung der Böden gefährden zunehmend ihr Überleben. Bild: Copyright Markus Liegl

 

Einer der bekanntesten Vogelarten unserer offenen Kulturlandschaften ist die Feldlerche. Bei Spaziergängen im Frühling fällt sie meist sofort durch ihren trillernden Gesang (trr-lit oder triip) auf.  Leider ist ihre Stimme immer seltener zu hören. Was sind die Gründe dafür?

Die Umstellung von Sommer- auf Wintergetreide führt dazu, dass das Wintergetreide bereits im zeitigen Frühjahr dicht und hoch aufwächst und der Feldlerche, als klassischer Bodenbrüter, keine geeigneten Stellen zur Brut und Nahrungssuche mehr zur Verfügung stehen. In der Folge sank der Bruterfolg der Feldlerche so stark ab, dass ihre natürliche Sterblichkeit nicht mehr durch Bruten ausgeglichen werden konnte. Ihr Bestandsrückgang liegt je nach Region zwischen 50 bis 90 Prozent. Auch die ungebrochene Versiegelung unserer Landschaften und der Einsatz von Bioziden tragen zu ihrem dramatischen Rückgang bei. Die ehemals sehr häufige Art steht inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands.

Lerchenfenster schützen den Arterhalt

In Großbritannien wurden zum Schutz und Erhalt der Feldlerche von Landwirten und Vogelschützern sogenannte Feldlerchenfenster entwickelt: Bei der Aussaat wird für einige Meter die Sämaschine angehoben. Dadurch entsteht eine kleine, künstliche Freistelle inmitten des Ackers. An diesen Stellen wächst kein Getreide auf, die Fenster bleiben kahl und bieten wichtige Brutplätze für die Feldlerche. Feldlerchenfenster sollten eine Größe von rund 20 m² haben und können ansonsten wie das übrige Feld mitbewirtschaftet werden. Zwei bis drei Lerchenfenster pro Hektar reichen vollkommen aus, um den Bruterfolg der Feldlerche signifikant zu erhöhen und das Überleben der bedrohten Vogelart zu sichern. Durch die Feldlerchenfenster profitieren auch andere Feldtiere wie Feldhase oder Rebhuhn.

Wildlebensraumberatung in Bayern

Seit kurzem wurde in Bayern eine sogenannte „Wildlebensraumberatung“ eingeführt. Hierzu schuf man bayernweit Stellen für speziell ausgebildete Berater. Ziel dieser Beratung ist, die Lebensräume für Wildtiere in der Agrarlandschaft zu verbessern zum Beispiel durch Blühflächen am Waldrand oder in der Feldflur, Hecken, Streuobst, Lerchenfenster oder wertvolle Winterbegrünung in der kargen Jahreszeit. Durch geeignete Maßnahmen sollen vom Feldhasen über Rebhühner und Vögel bis hin zu Bienen, Schmetterlingen, Hummeln und Heuschrecken die Vielfalt der Wildtiere erhöht und ihre Lebensräume verbessert, neu geschaffen oder gesichert werden. Die Beratung ist kostenfrei und kann von Landwirten, Jägern oder Naturschutzvereinen in Anspruch genommen werden. Viele Maßnahmen werden durch den Freistaat Bayern auch finanziell gefördert.

Quellen:

Wildlebensraumberatung in Bayern           http://www.lfl.bayern.de/iab/kulturlandschaft/090342/index.php

 

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