Das lässt einen nicht los: Pfarrer segnen Windindustrieanlagen

Er nimmt zu: Der Segen von Vertretern beider Kirchen für Windindustrieanlagen. Bedenklich ist hierbei nicht der kirchliche Segen an sich, sondern sind die begleitenden blasphemischen Unworte der Theologen: „die Werke der Technik offenbaren Gottes Größe“ oder „der erzeugte Strom ist ein Segen aus der Steckdose“, so Pfarrer bei der Segnung gigantischer Windrotoren in naturnahen Landschaften.

„Die Kirchen sollten allen Moden trotzen, statt ihnen hinterher zu hecheln. Und sich auf ihr Kerngeschäft besinnen: das Evangelium zu verkünden“, urteilt scharfsinnig Georg Etscheit in seinem kürzlich im Umwelt-Watchblog publizierten Beitrag „Windiger Zeitgeist unter den Soutanen„.

Auch Enoch zu Guttenberg, VLAB-Ehrenpräsident und Umwelt- und Naturschützer der ersten Stunde, brachte es in einer in seiner Rede Alle Christen müssen Umweltschützer sein anlässlich der Verleihung des Bayerischen Naturschutzpreises an einen evangelischen Geistlichen bereits vor 41 Jahren auf den Punkt:

Wie soll das gläubige Volk seinen Weg durch diese schizophrene Kirchenwelt finden, wo zum einen kompromisslos – und wie ich meine zu Recht – der totale Schutz des ungeborenen Lebens gefordert, zum anderen aber leichtfertig das geborene Leben (Anmerkung: auch pflanzliches und tierisches Leben) aufs Spiel gesetzt und ohne theologisch vertretbar zwingenden Grund in den seelen- und leiberfressenden Moloch totaler Technokratie geworfen wird.

7 Gedanken zu „Das lässt einen nicht los: Pfarrer segnen Windindustrieanlagen“

  1. um die Kirchen zu füllen, werden ja auch noch die Hubertusmessen abgehalten und die Kadaver gesegnet, da wundert einen nichts mehr, aus Kriegszeiten nichts gelernt.

  2. Wen wundert’s. Haben doch die Kirchen auch die Waffen gesegnet durch die millionenfach Menschen zu Tode gekommen sind. Noch Fragen?

  3. „Wenn das Geld im Kasten klingt,
    die Seele aus dem Feuer springt.“

    Ablaßprediger Johann Tetzel,
    diesen frühen Tebartz-van Elst, holte 1519 in Leipzig die Pest.
    Die Ähnlichkeit der Namen ist sicher kein Zufall …

    Zitat aus: Carl Eduard Vehse,
    Die Weltgeschichte aus dem Standpunkte der Cultur
    und der nationalen Charakteristik
    2 Bände. Walther, Dresden 1842, Bd. 2, S. 56.

  4. Wind Euro Pfarrer segnen Windindustrieanlagen
    Das kann nicht wahr sein, denn so etwas ist Amtsmissbrauch und er sollte sofort
    Seinen Beruf aufgeben. Das darf sein Vorgesetzter nicht dulden!!
    Er nimmt in Kauf, dass Tiere und unsere Kulturlandschaft vernichtet werden.
    Das ist nichts Gottes Wille. Vermutlich bekommt er hohe
    Gelder von den Windenergiebetreiber damit er so etwas macht.
    Nichts gegen die Segnung von Industrieanlagen wo Menschen ihr Brot verdienen ,
    aber Windräder in einer Kulturlandschaft , da bin ich skeptisch und die Kirche
    sollte so etwas in diesen Umstrittenen fall unterlassen.
    Jochen Niemand Natur und Landschaft Führer

  5. Es ist ja nicht neu: Die Amtskirchen verbrüdern und verbünden sich immer schon mit Macht und Mammon – und neuerdings eben auch anbiedernd mit dem Mainstream eines pseudo-ökologischen „grünen“ Zeitgeistes. Macht, Mammon, Mainstream – drei große M sind sicher nicht die Handzeichen eines wie auch immer beglaubigten Schöpfergottes, der nach Hans Jonas an der Unvollkommenheit seiner eigenen Schöpfung leidet und mit-leidet, wann immer Unrecht geschieht.
    Die Segnung der Windkraft durch Gottesmänner (Gottes Männer) und Gottesfrauen (Gottes Frauen) erinnert insofern an viele einen mitfühlenden Gott verhöhnenden Lästerungen in der Kirchengeschichte.
    Nichts scheint Tabu in der Zeit der Energiewende. Nicht im Umgang mit den Menschen. Nicht im Umgang mit dem Wehrlosen.
    Hans Jonas formulierte schon in „Prinzip Verantwortung“: „Nur das geschonte Leben offenbart sich“. Das gilt für Beide: für menschliches und außermenschliches Leben.

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