Biogas hat mit Bio nichts zu tun – Ein Beitrag von Dr. Friedrich Buer

Hier nichts mehr – außer Mais
Hier nichts mehr – außer Mais. Bild © Dr. Friedrich Buer

Biogas wird überwiegend aus „Energiepflanzen“ hergestellt, vor allem aus Mais. Für die Betreiber der Anlagen lohnt sich das, weil sie dafür hohe Subventionen kassieren. Für die Verbraucher ist es ein Ärgernis, denn sie müssen die hohen Subventionen über höhere Steuern und Strompreise bezahlen und dafür arbeiten. Dazu zwingt sie das „Erneuerbare Energie Gesetz“, (EEG). Begründung­:  Das sei ein Beitrag zu Rettung des Klimas.

Dazu stellt die von der Bundesregierung eingerichtete Expertenkommission für Forschung und Innovation EFI in ihrem Gutachten von 26. Februar 2014 auf Seite 51 fest:

„Das EEG sorgt also nicht für mehr Klimaschutz, sondern macht ihn deutlich teurer“

und empfiehlt, das EEG nicht weiterzuführen. Mit Klimaschutz hat Biogas also nichts zu tun. Im Gegenteil, wenn wir auf Biogas verzichten, hilft uns das, die Klimaziele zu erreichen.

Biogas klingt nach Schutz der Umwelt, also auch von Pflanzen und Tieren. Das Gegenteil ist der Fall. Wo Mais und andere Energiepflanzen angebaut werden, können Wildpflanzen und Wildtiere nicht überleben. Die Monokultur verdrängt sie nachhaltig. Zusätzlich leiden sie unter der intensiven Düngung und diversen Pflanzenschutzmitteln, ohne die Monokulturen nicht auskommen. Deshalb sind solche Ackerflächen aus ökologischer Sicht schädlich und wertlos. Durch Übertrag von den Äckern auf die angrenzenden Feldwege werden diese auch noch ökologisch ruiniert. Im Vergleich zu den meisten Feldwegen sind Straßenränder Oasen der Vielfalt, oft blühend und ein letzter Platz für Tiere.

Vögel sind ausgezeichnete Zeigerarten für den Zustand der biologischen Vielfalt. Das  schreibt am 15. August 2013 das Bundesamt für Naturschutz und der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA). Sie weisen auf „das erschreckende Ausmaß des Verlustes an Biologischer Vielfalt“ hin. „In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es beim Feldsperling eine Verringerung auf zwei Drittel des Bestandes. Beim Kiebitz haben wir sogar nur noch etwa ein Drittel der Vögel“, sagt Bernd Hälterlein, der Vorsitzende des DDA. „Der Bestandseinbruch beim Rebhuhn hat mit über 90 % inzwischen dramatische Ausmaße angenommen.“

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel, sagte schon am 14. Juli 2012 in Bonn: „Allein in Deutschland sind seit 1990 mehr als eine Millionen Feldlerchen verstummt, eine Entwicklung, die besorgniserregend ist. Denn dies ist nur ein Beispiel von vielen Arten, deren Bestände unter der Intensität der Landnutzung leiden“.

 

4 Gedanken zu „Biogas hat mit Bio nichts zu tun – Ein Beitrag von Dr. Friedrich Buer“

  1. Hallo zusammen,
    gegen Biogas ist zunächst nicht ein zu wenden auf den ersten Blick. Für die Betreiber der Anlagen lohnt sich das, weil sie dafür hohe Subventionen kassieren. Das ist mit ein Grund dagegen zu sein !!! und zum anderen die Flächen sind verloren für die
    Nahrung .( Getreiden Kartoffeln usw )
    Wie lange lassen wir uns das allen noch (das „Erneuerbare Energie Gesetz“, (EEG). gefallen !!!!?
    Jochen Niemand Natur und Landschaftsführer

  2. @Joche- es geht so weiter weil niemand sich von der Couch erhebt. Und solange bis wir vernünftig denkenden Menschen uns zusammen schliessen und aktiv etwas dagegen tun unternehmen.
    btg-bayern.de

    1. Sie haben absolut recht!
      Wir brauchen mehr Verantwortung zeigende Menschen, die sich gegen diese einzigartige Natur- und Landschaftszerstörung zusammentun, organisieren und auch dagegen aufbegehren.

      Es gibt sie bereits schon auf Bundesebene:
      „Vernunftkraft“ und „Windwahn“

      In Bayern:
      Der „Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.“ (VLAB). Neben vielen Einzelmitgliedern haben sich in der Umwelt- und Naturschutzvereinigung bisher 47 Vereine/Initiativen gegen den Wind- und Erneuerbaren Energiewahn mit insgesamt rund 8000 Bürgerinnen und Bürger aus allen Regionen Bayerns organisiert.

  3. Ich hoffe die Einsicht, den Wahnsinn zu stoppen, kommt irgendwann. Allerdings wäre es auch ein Gesichtsverlust für die Politiker und „Klimaschützer“. Bei der Beimengung von Pflanzenöl in den Diesel hat man jetzt auch begriffen, das es die Umwelt mehr schadet als nützt. Die deutschen Politiker sind schon einsichtig geworden und können sich eine Abschaffung der Beimischung vorstellen. Allerdings will jetzt keiner die Rücknahme des Gesetzes anstreben, weil es deutsche Politiker waren, die sich für das Gesetz eingesetzt haben. Und bei der Förderung der Biogasanlagen ist es genauso. Wer will schon zugeben, das der eingeschlagene Weg eigentlich falsch ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.